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Der Tod und der Sport

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Der Tod und der Sport

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    Der Tod und der Sport
    Der Tod und der Sport

    Natürlich haben die beiden Geschichten nichts miteinander zu tun. Trotzdem ist es entsetzliche Ironie des Schicksals, dass 96 Stunden vor dem zehnten Jahrestag der Todesflüge auf New York in Russland ein Flugzeug in die Wolga stürzt. 43 Menschen sterben, darunter eine komplette Eishockey-Mannschaft mit dem deutschen Nationalspieler Robert Dietrich – und immer soll das Leben weitergehen. Nur wie?

    Am wenigsten wissen das die Eltern, Geschwister, Freunde und Verwandten der Toten. Aber nicht nur sie. Auch der Rest der Welt tut sich schwer damit. Was darf es noch an Zerstreuung geben, wenn 3000 Menschen in einem Inferno getötet wurden? Und wenn denn die Zeit überhaupt wieder kommt, zu der schlichte Unterhaltung zurückkehrt, wann ist es so weit?

    Wunsch nach Alltäglichem

    Der Sport hat es in solchen Fragen leichter – und schwerer. Er sei, so heißt es, nur eine Nebensache. Ein Seiteneingang also zurück ins Alltägliche. Nichts wünschen sich die traumatisierten Zurückgebliebenen mehr als genau diesen Alltag.

    Wer das weiß, versteht, warum die New York Mets nur zehn Tage nach dem Anschlag in ihrer Stadt wieder Baseball gespielt haben. Baseball, das in der amerikanischen Seele am tiefsten verwurzelte Spiel. Mögen die Terroristen New York die Türme und Amerika das Selbstbewusstsein geraubt haben, das Spiel bekommen sie nicht. Traumatherapie geht viele Wege.

    Ganz anders liegt der Fall, wenn der Tod in die Welt des Sports kommt. Dann ist die Fassungslosigkeit besonders groß.

    Ein Flugzeugabsturz – furchtbar! Dennoch geht er irgendwann im Gedächtnis neben den vielen anderen Katastrophen dieser Art unter. Stirbt dabei ein komplettes Sportteam, werden sich viele Menschen noch nach Jahrzehnten an das Unglück erinnern.

    Hier das Junge und Starke, dort das Ende. Der Kopf bringt vielleicht irgendwann zusammen, was nicht zusammengehört, das Herz hat es schwerer.

    Attentat auf israelische Sportler 1972 in München

    „The games must go on!“ hat der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Avery Brundage, 1972 verkündet, nachdem palästinensische Terroristen während der Spiele von München ein Blutbad unter israelischen Sportlern angerichtet haben. Die Spiele mussten weitergehen – und sie gingen weiter, wenngleich von ihrem anfangs heiteren Geist nichts übrig blieb.

    Hatte Brundage die Pietät dem Zeitgeist („The show must go on“) geopfert? Genauso wenig wie das den New York Mets vorzuwerfen ist. Die olympische Idee war 1936 in Berlin ebenso missbraucht worden wie in München – nur hat sie sich 1972 gewehrt.

    Und Jaroslawl? Noch sind die Toten nicht beerdigt, dennoch kündigt der Aufsichtsratschef der russischen Profi-Liga, Russlands Eishockey-Legende Wjatscheslaw Fetisow, schon für die nächsten Tage eine neue Mannschaft an. Einen Trainer hat sie schon – und am Montag spielt die Liga wieder.

    Ja, es muss irgendwie weitergehen.

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