An Philipp Rösler liegt es nicht. Der FDP-Chef stürzt im Politbarometer ab und kommt auf den schlechtesten Wert seit seiner Wahl zum FDP-Chef vor einem Jahr – hinter seinem unbeliebten Vorgänger Guido Westerwelle. Dass die Liberalen dennoch in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen über die Fünf-Prozent-Hürde kommen können, hat wenig mit Philipp Rösler und dem Zustand der Bundes-FDP, dafür viel mit dem Charisma der beiden Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki und Christian Lindner zu tun. Nicht wegen, sondern trotz ihres Vorsitzenden schaffen es die beiden, in ihren Ländern so etwas wie einen liberalen Frühling zu erzeugen und an der Basis Begeisterung für die Partei auszulösen, die seit dem Wechsel von Westerwelle zu Rösler jede Wahl verloren hat.
Der Befund ist eindeutig: Die FDP hat einen Noch-Vorsitzenden, dem die eigenen Mitglieder wie die Wähler nichts mehr zutrauen, und drei starke Männer, die die Hoffnung auf ein Überleben nähren – Rainer Brüderle, Christian Lindner und Wolfgang Kubicki. An den dreien kommt nach den beiden Wahlen niemand mehr vorbei. Die Ära Rösler geht zu Ende, bevor sie begonnen hat.