Dem römischen Kaiser Augustus wird der Spruch „Eile langsam“ zugeschrieben. Die Äußerung ist nicht so widersinnig, wie es zunächst scheint. Es geht schlicht um kontrollierte Offensive, würde der Fußball-Lehrer Otto Rehhagel sagen. Genau nach diesem Prinzip verfährt Audi-Chef Stadler. Anstatt mit der Rekordbilanz im Rücken voran zu stürmen und im großen Stil den Aufbau zusätzlicher Arbeitsplätze und sogar neuer Werke zu verkünden, bleibt er zurückhaltend. Diese Vorsicht wirkt wohl begründet. Zwar erlebt die Branche einen Boom, die großen Krisen der vergangenen Jahrzehnte haben die Auto-Riesen aber gelehrt, im Aufschwung maßvoll zu expandieren.
Wie aus dem Nichts können neue Katastrophen aufziehen. Das haben die Terroranschläge in New York gezeigt. Die Manager reagieren auf solche Erschütterungen inzwischen abgeklärter: Während der Finanzmarktkrise stand nicht nur Audi treu zur Stammbelegschaft. Flexible Arbeitszeitmodelle und der vertrauensvolle Umgang der Betriebsparteien sind zu einem Standortvorteil geworden.