Startseite
Icon Pfeil nach unten
Meinung
Icon Pfeil nach unten

Kommentar: Eon: Atomausstieg als Alibi?

Kommentar

Eon: Atomausstieg als Alibi?

  • |
  • |
  • |
    Eon: Atomausstieg als Alibi?
    Eon: Atomausstieg als Alibi?

    Die Rechnung, die Energiekonzerne in diesen Tagen aufstellen, hat ja eine gewisse Logik: Weil die Bundesregierung die Atomkraft abschafft, sinken unsere Gewinne, also müssen wir sparen und Jobs abbauen. Doch der Atomausstieg taugt nicht als Alibi für unpopuläre Maßnahmen. In der trügerischen Erwartung ewig sprudelnder Milliardenüberschüsse haben die Unternehmen selbst erhebliche Fehler gemacht. Bezahlen sollen dafür die Mitarbeiter.

    Allein Eon will 11000 Stellen streichen – das wäre fast jeder siebte Arbeitsplatz. Ist das angemessen, wenn der Konzern immer noch mehr als zwei Milliarden Euro Gewinn für das laufende Jahr vorhersagt? Fest steht, die Energieriesen sind auf den Atomausstieg schlecht vorbereitet. Nun könnte man die Schuld dafür einfach der politischen Führung zuschieben. Schließlich hatte die Bundesregierung wenige Monate vor ihrer Entscheidung, alle Kernkraftwerke bis 2022 abzuschalten, noch eine Laufzeitverlängerung beschlossen. Mit einer solchen Zickzackpolitik konnte wirklich keiner rechnen.

    Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die bröckelnden Profite von Eon, RWE oder EnBW sind auch die Quittung für eigene Versäumnisse. Viele Manager sind zu lange den bequemsten Weg gegangen, indem sie auf die bewährten Ertragsbringer Kernkraft und Kohle gesetzt haben. Ernsthafte Bemühungen, erneuerbare Energien voranzutreiben, gab es kaum. Bei Eon kamen hausgemachte Probleme im Gasgeschäft und in der Verwaltung hinzu. Allmählich korrigieren die Konzerne ihre Fehler. Sie erkennen die Chancen, die ihnen die Energiewende bietet. Die Riesen wanken nicht. Umso mehr bleibt der Verdacht, Eon nutze die derzeitige Unsicherheit als Vorwand, um einen unpopulären Sparkurs ohne große Widerstände durchzuziehen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden