Christian Wulff wollte schon immer Maßstäbe setzen. Als Ministerpräsident von Niedersachsen und natürlich auch als Bundespräsident. Das ist in der letzten und zugleich unumstößlich höchsten Position seiner Karriere ja zweifelsohne auch gelungen. Wulff wird bis auf Weiteres als jüngster Präsident mit der kürzesten Amtszeit in die Geschichte eingehen. Eine „Bestmarke“, die schwer zu über-, nein besser unterbieten ist. Die Latte hängt denkbar tief.
Wer jetzt gehofft hatte, Wulff sei gewillt, durch Verzicht auf Ehrensold oder wenigstens auf Sekretärin, Fahrer und Büro ein Zeichen zu setzen, war naiv.
Wulff will alles. Genauer, wie er es formuliert, das „gleiche Recht wie seine Vorgänger“. Dazu gehört nun mal auch der Große Zapfenstreich. Auch diese „Feierlichkeit“ könnte Maßstäbe setzen – zumindest, was die Zahl der prominenten Absagen und die Absurdität der Szenerie betrifft. Das alles ist nicht schön. Es kündigt sich der hohl tönende Schlussakkord eines großen Missverständnisses an. Gleichzeitig aber auch eine Erlösung.