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Frau Vorstand

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    Frau Vorstand
    Frau Vorstand

    Die Vorstände und Aufsichtsräte der meisten deutschen Aktiengesellschaften sind nach wie vor Männerbastionen. Doch die lange verteidigten Festungen wanken. Es wäre auch widersinnig, wenn die Gleichberechtigung ausgerechnet vor den wirklichen Schaltzentralen der Macht Halt machen würde.

    In den obersten Gremien der Konzerne werden Entscheidungen gefällt, die das Leben der Menschen in Deutschland und dank der Globalisierung weltweit bestimmen. Welche Züge baut Siemens? Welche Kraftwerke gibt RWE in Auftrag? Welche Autos entwirft BMW? Wie halten es Bayer und BASF mit ökologischen Produkten? Bei den zentralen Fragen müssen Frauen von Anfang an mitbestimmen. Ihre oft pragmatische, langfristig orientierte und ausgleichende Art ist unverzichtbar für die Führungszirkel der Republik. Siemens geht mit gutem Beispiel voran und hat eine Schweizerin und eine Österreicherin in den Vorstand berufen. Warum soll der Nachfolger des jetzigen Unternehmens-Chefs Peter Löscher nicht eine Frau sein? Fast möchte man sagen: Er muss endlich eine Frau sein.

    Die Konzerne stehen inzwischen gehörig unter Druck, ihre weibliche Seite zu stärken. Angela Merkel hat die Kaste der Spitzenmanager humorvoll und bestimmt wissen lassen, sie setze bei der Steigerung des Frauenanteils zunächst auf die Kreativität der Herren. Die Kanzlerin verfolgt die richtige Strategie: Die Firmen sollen freiwillig femininer werden. Sträuben sie sich partout, ist eine Quote auf Dauer als Ultima Ratio nicht zu vermeiden. Wahrscheinlich geht es aber ohne gesetzliche Daumenschrauben.

    Die Personalabteilungen suchen derzeit händeringend nach Spitzenmanagerinnen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Fahnder nicht nur im Ingenieurbereich zu wenige Expertinnen aufspüren.

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