Die europäische Staatsschuldenkrise ist eine anhaltend gefährliche und große Herausforderung für alle Euro-Staaten. Keine Frage. Aber die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die Ratingagentur Standard & Poor’s kommt nicht überraschend und verschärft die Lage auch nicht. Die spanische Regierung ist auf einem guten Kurs. Sie benötigt aber mehr Zeit. Deshalb heißt die Devise: Geduld. Denn die Erfolge langfristiger Reformen, an denen die spanische Regierung arbeitet, wirken nicht so rasch wie erwünscht.
Die größte Sorge bereiten die spanischen Banken. Sie leiden an den Lasten aus der Immobilienblase. Dennoch darf dem Ruf nach direkter finanzieller Hilfe für schwer angeschlagene Kreditinstitute aus dem europäischen Rettungsfonds ESM nicht nachgegeben werden. Zu Recht sind die Unterstützungsmaßnahmen für Staaten an strenge Auflagen gebunden. Nur so ist ein nachhaltiger Konsolidierungskurs gewährleistet und damit die Basis für eine schrittweise Lösung der europäischen Schuldenmisere.
Vor diesem Hintergrund ist der Streit zwischen dem aussichtsreichen französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande mit Bundeskanzlerin Angela Merkel um den Fiskalpakt beunruhigend. Denn gerade auch Frankreich muss an einer eisernen europäischen Haushaltsdisziplin Interesse haben. Sie schließt effektive Wachstumsprogramme ja nicht aus.