Am 28. Februar 1991 verkündete US-Präsident George Bush (Vater) die Befreiung Kuwaits und den Sieg über den Irak. Seitdem wird diskutiert, ob dies ein Fehler war. Denn die US-Truppen hätten binnen weniger Tage Bagdad erreichen und Diktator Saddam Hussein entmachten können. Der Welt wäre so der zweite Irak-Krieg 2003 erspart geblieben.
In den westlichen Hauptstädten wird jetzt befürchtet, dieses Kapitel der Geschichte könne sich in Libyen wiederholen, wenn man zwar Krieg führt, aber den Diktator im Amt lässt. In der Tat: Ein nachhaltiger Erfolg der Intervention wird sich nur einstellen, wenn Gaddafi verjagt wird.
Die USA, Großbritannien und Frankreich haben jetzt klargemacht, dass der Sturz Gaddafis ihr politisches Ziel ist. Damit befinden sie sich in Übereinstimmung mit den libyschen Rebellen, aber dafür gibt es kein UN-Mandat. Daher müssen militärische Aktionen, die über die Resolution 1973 hinausgehen, unterbleiben – so schwer es den Beteiligten fallen mag.
Das Halali auf Gaddafi ist jetzt zwar geblasen, aber erledigt ist der Despot noch lange nicht.