Vom Ausland her betrachtet, erscheint das radikale Votum der Griechen als undankbare Zurückweisung der Europäischen Union. Kommentar von Michael Pohl

Es ist genau ein halbes Jahr her, als Giorgos Papandreou als griechischer Ministerpräsident unter dem Grollen der EU zurücktreten musste, weil er eine Volksabstimmung der Griechen über die Sparpolitik wollte. Seit dem Scherbengericht der griechischen Wähler am Sonntag erscheint Papandreous Vorschlag in einem anderen Licht: Schlimmer hätte der Volksentscheid auch nicht ausfallen können.
Vom Ausland her betrachtet, erscheint das radikale Votum der Griechen als undankbare Zurückweisung der Europäischen Union, die dem Land fast hundert Milliarden Euro nach Athen überwiesen hat und für einen gigantischen Schuldenerlass sorgte. Doch will man aus Perspektive der Griechen die Wähler wirklich deshalb verdammen, dass sie von den Altparteien Pasok und ND davonlaufen, die für das jahrzehntelange Schuldendebakel verantwortlich sind?
Die Verantwortung liegt bei den Politikern Athens. Zumindest hier ehrt es den „Roten Herkules“ Evangelos Venizelos, dass er sich ernsthaft der Sisyphosaufgabe einer neuen Regierung annehmen will.
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