Virtuelle Währungen sind Behörden und Banken schon lange ein Dorn im Auge. Ob Litecoin, Bitcoin, Liberty Reserve oder auch zum Beispiel die Linden-Dollars aus dem Spiel „Second Life“: Sie alle haben gemein, dass sie keiner staatlichen oder politischen Kontrolle unterliegen, nicht reguliert werden, oft auch, dass es keinen zentralen Ansprechpartner gibt. Stattdessen ersetzen Vertrauen und Rechenvorgänge Münzen, Scheine und Zentralbank.
Virtuelle Währungen dienen in vielen Fällen legalen Zwecken. Man kann sie für den bequemen Einkauf über Ländergrenzen hinaus einsetzen. Auch Menschen, die in Zeiten zunehmender staatlicher Überprüfung von Geldflüssen ein Zeichen setzen wollen, kommen die nahezu anonymen Digital-Währungen durchaus gelegen. Immerhin hat sich in Deutschland die Zahl der Kontoabfragen durch Sozialämter und andere Behörden seit 2008 auf 72200 im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.
Die Geldwäsche-Ermittlungen gegen „Liberty Reserve“ zeigen allerdings die Probleme solcher Währungen auf. Systeme, mit denen anonym große Mengen Geld bewegt werden können, ziehen natürlich auch Verbrecher an. Insofern ist der Schlag der US-Behörden gegen Liberty Reserve vor allem als Symbol zu sehen: Kriminelle sollen wissen, dass der Handel mit virtuellen Währungen nicht im rechtsfreien Raum stattfindet.