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Die Enthüllungsplattform Wikileaks: Kriminelles Wikileaks?

Die Enthüllungsplattform Wikileaks

Kriminelles Wikileaks?

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    Michael Pohl
    Michael Pohl Foto: Fred Schöllhorn

    Als Wikileaks mögliche Kriegsverbrechen im Irak und andere Menschenrechtsverletzungen enthüllte, ernteten die Internetaktivisten zu Recht Anerkennung. In der Folgezeit arbeitete Julian Assange mit renommierten Medien zusammen, indem er ihnen US-Militärakten über Afghanistan und Irak zuspielte. Alle Medien gingen damit zumindest so sorgsam um, dass sie keine der in den Papieren genannten Informanten in Gefahr brachten. Doch schon die Veröffentlichung massenhafter US-Botschaftsdepeschen im Internet war mehr als fragwürdig, weil sie zur Befriedigung eines politischen Voyeurismus die Grundfesten der lebenswichtigen weltweiten Diplomatie beschädigte.

    Dass Assange nun die Depeschen ungeschwärzt veröffentlicht, ist ein durch nichts zu rechtfertigendes Verbrechen. Der selbst ernannte Weltverbesserer bringt Informanten in Lebensgefahr, andere stempelt er zu Verrätern ab. Wikileaks richtet damit mehr Schaden an, als es jemals an Nutzen bringen könnte.

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