Dem Konzern geht es so gut wie nie. Trotzdem gab es auf der Hauptversammlung ein kritisches Thema: den Aufstieg der Ehefrau des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch.
Vom Kindermädchen zur Ehefrau des Managers und nun in das Kontrollgremium des vielleicht bald größten Autoherstellers der Welt ist es ein steiler Aufstieg. Aus Sicht von Ferdinand Piëch ist das absolut nachvollziehbar. Er will sein Erbe in sicheren Händen wissen, will seine Vorstellungen von der VW-Zukunft über seinen Tod hinaus in den Konzern implantieren. Zu seiner Gattin hat der stets Misstrauische natürlich das engste Verhältnis. Sie begleitet ihn seit Jahrzehnten bei seinen Reisen durch die automobile Welt, kennt ihn wie niemand anders. Sie hat ihn sicher bei vielen Entscheidungen beraten. Und die meisten davon waren richtig. Insofern ist die Wahl Ursula Piëchs möglicherweise durchaus weise – zumal sie versprach, gerade die sozialen Belange im Weltkonzern im Auge zu behalten.
Auf der anderen Seite mutet es schon seltsam an, seine Nachfolge so zu regeln. Es ist mit den Regeln seriöser Unternehmensführung nur schwer zu vereinbaren. Fünf der zehn Plätze der Anteilseigner sind nun von den Piëchs und Porsches besetzt. VW wird damit zu einer Art Familienunternehmen. Das kann gut sein, muss es nicht.
Von außen betrachtet hat die Personalie ein Gschmäckle. Jedoch ist Ursula Piëch nicht die Erste, die von ihrem Mann mit der Nachfolge betraut wird. Auch mit Friede Springer oder Liz Mohn kontrollieren Ehefrauen namhafte Konzerne wie Springer oder Bertelsmann.