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Politik braucht Empathie

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Politik braucht Empathie

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    Politik braucht Empathie
    Politik braucht Empathie

    Die Stärken des einen sind die Schwächen des anderen. Philipp Rösler, der neue FDP-Chef, ist ein bescheidener, freundlicher Mensch – was in der Politik kein Vorteil sein muss. Ein halbes Jahr nach dem Sturz von Guido Westerwelle hat der Parteitag der Liberalen das einmal mehr bestätigt. Obwohl Rösler in Frankfurt eine kluge, nachdenkliche Rede hielt, gehörten die emotionalsten Momente anderen: Fraktionschef Rainer Brüderle und Westerwelle feierten die Delegierten für ihre Auftritte, Rösler applaudierten sie nur.

    Politik braucht Empathie. Eine Partei, die sich nicht selbst begeistern kann, überzeugt auch andere nicht. Deshalb, vor allem, hat Westerwelle seinem Nachfolger kurz die Schau gestohlen und den Euro-Skeptikern ein fulminantes Plädoyer für das gemeinsame Europa und seine gemeinsame Währung entgegengesetzt. Deshalb, vor allem, hat Brüderle ausgesprochen, was Rösler so direkt nicht auszusprechen wagte: dass die Partei im Zweifel lieber eine Wahl verlieren soll als ihre Überzeugungen und ihren Verstand. Beide wissen: Wenn die Gegner des Rettungsschirmes sich beim Mitgliederentscheid durchsetzen, ist nicht nur die Koalition vorzeitig zu Ende. Dann wird sich auch die FDP verändern – zu ihrem Nachteil.

    Unabhängig davon läuft den Liberalen allmählich die Zeit davon, weil mit Beginn des Wahljahres 2013 die gesetzgeberische Arbeit erfahrungsgemäß zum Erliegen kommt. Rösler muss also nicht nur liefern, wie er es bei seiner Wahl versprochen hat, sondern auch schnell liefern. Die Regulierung der Finanzmärkte wäre eine gute Gelegenheit dazu.

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