Die Liste der gescheiterten Versuche ist lang. Wo immer Unternehmen in Krisen schlittern und der Staat sich als Retter versucht – wirklich geholfen ist am Ende niemandem. Von Rudi Wais

Die Liste der gescheiterten Versuche ist lang. Der Baukonzern Holzmann, die Maxhütte in der Oberpfalz, Quelle, um ein Haar auch Opel: Wo immer Unternehmen in Krisen schlittern und der Staat sich als Retter versucht – wirklich geholfen ist am Ende niemandem. Dem Unternehmen nicht. Und den Mitarbeitern erst recht nicht.
Auch bei Schlecker ist eine mit Steuergeld finanzierte Beschäftigungsgesellschaft so überflüssig wie der berühmte Kropf. Es gibt genügend freie Stellen im Handel, tüchtige Bewerberinnen und eine funktionierende Arbeitsverwaltung, die schwer vermittelbare Kandidaten auch aus- und weiterbildet. Hier muss sich kein Ministerpräsident als mitfühlender Macher in Szene setzen und kein Gewerkschafter mit den Fingern auf die FDP zeigen. Sie hat sich nicht nur ökonomisch klug, sondern auch ordnungspolitisch korrekt verhalten. Für viele Schlecker-Frauen mag das zynisch klingen – aber um ihre Kolleginnen aus den kleinen Drogerien, die schließen mussten, weil die großen Ketten sie verdrängt haben, hat sich auch kein Politiker gekümmert.
Das bedeutet nicht, dass der Staat die Wirtschaft grundsätzlich sich selbst überlassen soll – die großzügige Kurzarbeiterregelung während der Finanzkrise ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Intervention. Sobald eine Regierung jedoch zugunsten eines einzelnen Unternehmens eingreift oder sich selbst als Unternehmer versucht, geht der Schuss in der Regel nach hinten los. Bei Schlecker wäre das nicht anders gewesen. Die Transfergesellschaft hätte Tausende von Frauen ein Jahr lang in einer De-facto-Arbeitslosigkeit geparkt. Dabei sind deren Chancen, eine neue Stelle zu finden, im Moment besser denn je.
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