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Die bayerische SPD liegt ihrem neuen Helden zu Füßen. Ude ist schwungvoll gestartet. Doch sein Ziel, die Staatskanzlei, liegt noch in weiter Ferne. Kommentar von Walter Roller

Die „Christianisierung“ der bayerischen SPD schreitet rasant voran. So groß ist die Begeisterung über den Spitzenkandidaten Christian Ude, dass dem Münchner Oberbürgermeister jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wird.
Ehe sich Ude an der verdutzten SPD-Führung vorbei selbst zum Herausforderer Seehofers ausgerufen hat, war es um das Verhältnis zwischen der Partei und ihrem Münchner Zugpferd nicht gut bestellt. Jetzt liegt die Sozialdemokratie ihrem neuen Helden zu Füßen. Denn Ude ist der Mann, der ein Ende der jahrzehntelangen landespolitischen Niederlagenserie verheißt. So viel Geschlossenheit, so viel Kampfesmut war noch nie in der SPD. Wobei hinter der Hoffnung auf einen Machtwechsel diesmal mehr steckt als bloße Träumerei. Der populäre OB nämlich scheint in der Lage, eine Mehrheit jenseits der CSU zu organisieren. Entschieden freilich ist nichts. Es sieht so aus, als ob die SPD 2013 mit Ude eine Chance hätte – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Der einstweilen nur bescheidene Aufschwung der SPD in den Umfragen deutet darauf hin, dass auch Udes Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die scharfen Attacken Udes auf die Grünen zeugen von ernsten rot-grünen Beziehungsproblemen. Und wer weiß schon, wie sich die Freien Wähler im Ernstfall entscheiden? Ude ist schwungvoll gestartet. Sein Ziel, die Staatskanzlei, liegt noch in weiter Ferne.
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