Hans Maier hat sich in vielerlei Hinsicht verdient gemacht. Dass Bischof Zdarsa ihn nun ausschließt, lässt auf sein mangelndes Urteilsvermögen schließen. Von Alois Knoller

Es liegt schon ein außerordentlich engstirniges Denken vor, wenn einem bei einer Lesung des ehemaligen bayerischen Kultusministers und Inhabers des Münchner Guardini-Lehrstuhls zuerst – und vielleicht auch ausschließlich – dessen Eintreten für die Beratungsorganisation „Donum Vitae“ einfällt. Wie eng muss die ideologische Wagenburg schon gezogen sein, dass kein Gedanke an die ehrenwerte Person und die besonderen Verdienste des Referenten gerade für die katholische Kirche verschwendet wird.
Bischof Zdarsa weiß wahrscheinlich wenig darüber, dass Hans Maier verantwortungsbewusster Vater von sechs Töchtern ist, dass er als Günzburger Abgeordneter die Region Schwaben vorangebracht hat, dass er als Kultusminister die heftigen Kämpfe mit linken Schulreformmodellen ausgestanden hat. Immer ist Hans Maier dabei ein unabhängiger Geist geblieben, der sich nicht vor einen Karren spannen ließ. Sollte diesen Intellektuellen nun sein Urteilsvermögen verlassen haben? Eher einen anderen.
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