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Nach Mubarak: Verrat am Arabischen Frühling

Nach Mubarak

Verrat am Arabischen Frühling

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    Winfried Züfle
    Winfried Züfle Foto: Wagner

    Revolutionen gelingen am ehesten, wenn sie von straff organisierten Gruppen getragen werden, die das Machtvakuum sofort ausfüllen können. Beispiele sind Russland, Kuba und der Iran. Aber Demokratie haben sie den Völkern nicht gebracht.

    Beim Arabischen Frühling war alles anders. Die Revolutionäre vom Tahrir-Platz in Kairo, lose verabredet über das Internet, konnten zwar Mubarak stürzen. Aber als Ordnungskraft bot sich zunächst nur – sozusagen treuhänderisch – das ägyptische Militär an.

    Die Generäle erlagen einem Irrtum

    Doch die Generäle erlagen einem Irrtum: Sie fühlen sich inzwischen als Erben Mubaraks – statt als Sachwalter mit dem Auftrag, die Macht an das Volk abzugeben. Sie sind immer noch, wie in früheren Zeiten, erfüllt von Misstrauen gegen das Volk. Deswegen wollen sie sich Sonderrechte in der Verfassung sichern, deswegen werden auch alle Proteste brutal niedergeknüppelt.

    Doch das ist Verrat am Arabischen Frühling, dafür haben die jungen Leute nicht gekämpft. Feldmarschall Tantawi und seine Truppe müssen schleunigst zurück in die Kasernen. Der Auftrag, das neue Ägypten zu organisieren, steht dem künftigen Wahlsieger zu – selbst wenn islamische Parteien, die am zweitbesten organisierte Kraft Ägyptens, den Ton angeben werden. Aber Demokratie heißt: Das Volk entscheidet.

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