Die bittere Wahrheit ist, dass es den Isaf-Truppen nach der Koran-Verbrennung nicht mehr gelingen wird, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Von Simon Kaminski

Erst wenn das Kind im Brunnen liegt, soll er abgedeckt werden. So mutet die Direktive der Internationalen Schutztruppe Isaf an, nach der Koran-Verbrennung alle Soldaten in Afghanistan zu schulen. Als ob es nicht schon vorher Tote und Verletzte nach der Überschreitung religiöser Grenzen durch Militärangehörige gegeben hätte. Als sei es ein Geheimnis, dass für Muslime die Schändung des Koran eine Todsünde ist. US-Soldaten sind mehrfach durch das Fehlen jeglicher Sensibilität aufgefallen. Doch auch die Bundeswehr war zumindest zu Beginn der Mission völlig unzureichend vorbereitet. Es fehlte an Dolmetschern und am Wissen darüber, „wie die Paschtunen ticken“ – so formulierte es einmal der Afghanistan-Experte Reinhard Erös.
Sicher, viele der Gewalttäter auf den Straßen haben auf einen solchen Vorfall nur gewartet. Die bittere Wahrheit aber ist, dass es den Isaf-Truppen nicht mehr gelingen wird, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Hier liegt die entscheidende Ursache für das Scheitern der Afghanistan-Mission.
Die Taliban sitzen längst in den Startlöchern...
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