Gesagt ist gesagt. Eine Regel, deren Gültigkeit Ex-Bundespräsident Christian Wulff dieser Tage schmerzhaft erfahren muss. Zuletzt wurde er immer wieder daran erinnert, wie rigoros moralisch er einst über den früheren SPD-Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski urteilte. Er habe sich verheddert in einem Geflecht von Beziehungen und nicht die notwendige Distanz gehabt, sagte der damalige Oppositionsführer.
Jetzt, da ein Streit darüber tobt, ob Wulff der lebenslange Ehrensold für Bundespräsidenten zusteht, erinnert man sich daran, dass er selber öffentlich darüber orakelte, ob die üppige Altersversorgung noch in die Zeit passe. Signale aus der Bundesregierung lassen vermuten, dass Wulff vorerst mit den 199.000 Euro pro Jahr rechnen kann. Aus juristischer Sicht erscheint das nicht einmal abwegig, solange ihm keine Gesetzesverstöße nachgewiesen werden können.
Allerdings sollte der Präsident für 20 Monate daran denken, dass ein freiwilliger Verzicht auf Edelrente, Limousine und Büro ihm positiv ausgelegt werden könnte. Das wäre ein gutes Signal für einen Neustart des 52-Jährigen. Denn was bleibt übrig von einem Ehrensold ohne Ehre?