Manche nennen sie „die kleine Wieskirch“: Die Pfarrkirche in Unterrammingen zählt zu den schönsten Rokoko-Kirchen Mittelschwabens. Wie nur sieben weitere Kirchen im Bistum Augsburg ist sie dem Heiligen Magnus geweiht, dem „Apostel des Allgäus“.
Von Sonntag an ist das Schmuckstück wieder jeden Sonntag für zwei Stunden geöffnet. Weil es keine Alarmanlage gibt, sind die Türen außerhalb der Gottesdienstzeiten verschlossen. Wer sie öffnet, tritt hinein in ein Gotteshaus, das Himmel und Erde verbindet. Wer hinauf zur Decke schaut, fühlt sich dem Himmel ganz nah.
Johann Baptist Enderle, ein großer Barockmaler, hat die Fresken geschaffen. Die Ramminger Kirche ist sein Hauptwerk. Den prunkvollen Hauptaltar, die beiden Seitenaltäre und die Kanzel schuf der Türkheimer Dominikus Bergmüller.
Als die Kirche vor rund 250 Jahren gebaut wurde, war Unterrammingen ein Bauerndorf mit 350 Einwohnern. Wie ein solch kleines Dorf eine solch prächtige Kirche bekommt? Das hat der damalige Pfarrer alles aus der eigenen Tasche bezahlt, erklärt Schwele.
Die gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert war damals baufällig geworden, eine Renovierung lohnte sich nicht. Also ließ der damalige Pfarrer Joseph Anton Germiller die Kirche abreißen, 1767 wurde mit dem Neubau begonnen. Der Kurfürst Maximilian III. Joseph hatte allerdings gefordert, in dem „Landgotteshaus“ solle man auf Stuck und Fresken verzichten. Und so zahlte der Pfarrer den prächtigen Schmuck eben aus eigener Tasche.
In den vergangenen Jahren wurde die Kirche rundum saniert. 1,1 Millionen Euro hat die Pfarrgemeinde in den vergangenen zehn Jahren investiert. Eine stolze Leistung, findet Kirchenpfleger Schwele. Schließlich seien die Zuschüsse „nicht rasend“ gewesen.
Bis Ende Oktober ist die Kirche in Unterrammingen jeden Sonn- und Feiertag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.