Mittwoch, 30. Juli 2014

31. März 2014 12:10 Uhr

Mindelheim

Erste DNA-Tests nach Öl-Unfall: Chef des Motorradclubs gibt Probe ab

Mehrere Hundert DNA-Proben will die Polizei im Falle des tödlich verunglückten Motorradfahrers bei Markt Rettenbach nehmen. Der Chef des Motorradclubs hatte ein Zeichen gesetzt.

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Joachim Hög, Vorsitzender des Unterallgäuer Motorradclubs, hat sich gestern in der Mindelheimer Polizeidienststelle eine Speichelprobe von Stefan Schwab nehmen lassen. Dieser gehört der Ermittlungsgruppe Ölfleck an, die mit DNA-Proben jetzt denjenigen aufspüren will, der die tödliche Ölspur gelegt hat.
Foto: Anja Bartsch

Joachim Hög will mit seiner Speichelprobe ein Zeichen setzen. Der Vorsitzende des Unterallgäuer Motorradclubs will sagen: Wer unschuldig ist, der hat auch nichts zu befürchten. So jedenfalls hat er die medienwirksame Abgabe seines Speichels und Fingerabdrucks am gestrigen Nachmittag in der Mindelheimer Polizeidienststelle begründet.

Mehrere Hundert DNA-Proben will die Polizei jetzt im Falle des tödlich verunglückten Motorradfahrers bei Markt Rettenbach nehmen. Die Ermittlungsgruppe verfolgt eine neue Spur. Vor rund eineinhalb Jahren ist der Freund von Joachim Hög wegen einer vorsätzlich gelegten Ölspur tödlich verunglückt. Der oder die Täter hatten damals auf verschiedene Straßen im Unterallgäu mit Öl gefüllte Flaschen geworfen, die dort zerplatzten. Bei dem tödlichen Unfall im April 2011 zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren geriet der damals 37-jährige Motorradfahrer auf einen Ölfleck. Dabei verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug.

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Der Mann starb und hinterließ eine Frau und zwei Kinder. An Bruchstücken der Glasflaschen hat das Landeskriminalamt nun identische DNA-Spuren gefunden, wie Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, sagte (wir berichteten).

Umringt von Journalisten nahm Ermittler Stefan Schwab in Mindelheim die Proben. Er gehört einem Team von 14 Beamten der Ermittlungsgruppe an. Zuständig für die Reihenuntersuchung ist die Kriminalpolizeiinspektion Kempten. Mehrere Hundert Personen sollen jetzt um Speichelproben gebeten werden. „Wir werden so lange suchen, bis wir Erfolg haben“, sagte Stefan Schwab. Die Untersuchung ist so breit angelegt, dass die getesteten Personen keinesfalls automatisch tatverdächtig sind. Doch nur mit Hilfe des DNA-Abgleichs können sie als Täter zweifelsfrei ausgeschlossen werden.

Auch wenn der Täter noch nicht gefunden ist, fühlt sich Motorradclub-Vorsitzender Joachim Hög nicht bedroht. Er habe nach wie vor Spaß am Motorradfahren. Er vermutet, dass sich der Täter über das Ausmaß seiner Straftat wahrscheinlich nicht im Klaren gewesen sei.

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