Die Mitglieder des Kinderparlaments Türkheim haben schon viele Pläne. Und sie fordern von den großen Politikern auch Einiges.



Das ist effiziente Politik: Erst im November hatte sich das Kinderparlament der VG Türkheim zum ersten Mal getroffen. Und schon jetzt haben die Kleinen die ersten Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert. Es gibt zum Beispiel schon die erste Ausgabe der „KIPA-News“, der Zeitung des Kinderparlaments.
In der Zeitung kann man Termine nachlesen, bei denen etwas für die Kinder los ist, vor allem jetzt im Fasching. Außerdem wird erklärt, was das Kinderparlament eigentlich ist: „Es ist ein Ort, wo Kinder ihre Meinung sagen und Dinge verändern können.“
In den letzten Wochen haben die Gruppen gemeinsam mit Sozialpädagogin Eva Bendl und Mandy Kaiser vom Kreisjugendring nicht nur das flotte Logo entwickelt, sondern auch ein tolles Maskottchen erfunden. Das Maskottchen, ein Löwe mit Krone, hat eine besondere Aufgabe: Es soll in einem Heft anderen Gruppen erklären, was ein Kinderparlament so alles macht. Denn das Projekt in der VG Türkheim soll nach dem Willen des Kreisjugendrings später einmal im ganzen Unterallgäu umgesetzt werden.
Die Sprechergruppen gehen zum Beispiel zu den Bürgermeistern und Schulleitern und besprechen mit ihnen die Wünsche der Kinder. Vier Punkte haben die Abgeordneten des Kinderparlaments in ihrer zweiten Sitzung mit Bürgermeister Sebastian Seemüller besprochen:
Punkt 1: Schlittenfahren an der Römerschanze. Doch dort gebe es neben dem Skilift einen Elektrozaun. Der Bürgermeister versprach, sich das anzusehen und mit dem Grundstückseigentümer zu sprechen.
Punkt 2: Beim Gemeindehaus in Wiedergeltingen wünschen sich die Kinder einen Zebrastreifen. Das geht aber nicht so einfach, erklärte der Bürgermeister: Es müsse erst gezählt werden, wie viele Fahrzeuge dort fahren würden. Die Kinder sollten dann noch schätzen, wie teuer so ein Zebrastreifen sei und was alles dazu gebraucht werde – zum Beispiel spezielle Farbe, das Schild und eine gelbe Lampe. Die Kinder schätzten die Kosten auf 1500 Euro. Und staunten ganz schön, als sie die Summe von 10 000 Euro hörten.
Punkt 3: Einige Kinder hatten bemängelt, dass der Weg Am Eulenteil in Türkheim zu dunkel sei. Es gebe nur eine Lampe am Anfang und eine am Ende der Straße. Dazwischen sei es sehr dunkel. Seemüller sagte, es gebe eine dritte Lampe in der Mitte, doch die sei durch dichtes Astwerk sehr verdeckt. Der Bauhof werde die Äste absägen.
Und Punkt 4? Der führte zu McDonald’s. Dorthin gibt es nämlich noch keinen verkehrssicheren Weg. Die genaue Planung müsse er noch besprechen, meinte Seemüller. Vermessungen habe es schon gegeben.
Es gibt also noch viel zu tun für die Mitglieder des Kinderparlaments. Künftig wird sich Manuel Stoll aus Tussenhausen um die offene Jugendarbeit in Türkheim und damit auch um das Kinderparlament kümmern. Denn Eva Bendl erwartet ein Baby.
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