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Weißenhorn: Nach Eklat: Rätselraten um Intrigen im Lehrerzimmer

Weißenhorn

Nach Eklat: Rätselraten um Intrigen im Lehrerzimmer

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    Stefan Kellermann nahm Abschied vom NKG Orchester - mit einem Paukenschlag.
    Stefan Kellermann nahm Abschied vom NKG Orchester - mit einem Paukenschlag. Foto: Rene Barth

    Am ersten Schultag nach dem Eklat um den Leiter des Schulorchesters herrschten am Weißenhorner Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium Ratlosigkeit und Bestürzung. Wie berichtet hatte der Musiklehrer Stefan Kellermann, Dirigent des renommierten Schulorchesters, am Freitag nach einem umjubelten Konzert seinen Abschied von der Schule verkündet und dabei schwere Vorwürfe an Lehrerkollegen erhoben.

    Spekulationen auf dem Pausenhof

    In Schülerkreisen wurde nach Informationen unserer Zeitung intensiv über die Gründe für den völlig überraschenden Schritt des beliebten Orchesterleiters gerätselt. „Wir wissen nicht, was ihn so verbittert gemacht hat, was das für Intrigen sind, von denen er gesprochen hat“, so eine Schülerin.

    Auf dem Pausenhof werde viel spekuliert, doch von den Lehrern sei zu der Sache gestern nichts zu erfahren gewesen. Auch aus Kreisen der Eltern hat es etliche besorgte Nachfragen nach dem Vorfall gegeben. Dies bestätigte Schulleiter Klaus Schneikart. „Herr Kellermann hat sich überhaupt nichts vorzuwerfen“, erteilt Schneikart jeglichen Spekulationen um ein etwaiges Fehlverhalten des Lehrers eine Absage. Aus personalrechtlichen Gründen dürfe er sich aber nicht weiter zum Abschied Kellermanns äußern.

    Wutrede des Lehrers

    Aus Stefan Kellermanns Wutrede vom Freitag und weiteren Aussagen von Personen aus dem Umfeld der Schule ergibt sich inzwischen das Bild eines schweren Zerwürfnisses in Teilen der Lehrerschaft. Kellermann hatte von „Lügen und Unwahrheiten“ berichtet, die über ihn beim Kultusministerium verbreitet worden seien und von „Intrigen“ aus dem unmittelbaren Mitarbeiterkreis gesprochen. Tatsächlich soll es zwischen Kellermann und einigen Kollegen seit geraumer Zeit heftig geknirscht haben. Manche in der Lehrerschaft hätten sich sehr gut mit dem ambitionierten Musiklehrer verstanden, andere eben nicht. Die Rede ist aber auch davon, dass Kellermann mit seinem erfolgreichen Orchesterprojekt und seiner Beliebtheit bei den Schülern den Neid mancher Kollegen auf sich gezogen habe.

    Ominöser Brief an das Kultusministerium

    Nach mehreren Aussagen gab es offenbar ein Schreiben aus dem NKG-Kollegium ans Kultusministerium, in dem Kellermann Versäumnisse in der Zusammenarbeit vorgeworfen wurden. Als Kellermann sich um die Stelle des Fachbetreuers für den Musikunterricht beworben habe, sei er abgelehnt worden.

    Auch gegen den Personalrat richtet sich demnach der Zorn des Lehrers. Kellermann habe sich gegen die Ablehnung gewehrt, angeblich sogar mit anwaltlicher Unterstützung. Gespräche mit der Schulleitung habe es gegeben, doch ohne Ergebnis. Schulleiter Schneikart hatte am Freitagabend bedauert, dass es ihm nicht gelungen war, „die großen Gräben, die hier entstanden sind, zu überbrücken“. Zuvor hatte Kellermann erklärt: „Ich erlebe, dass mit einer unglaublichen Energie mein guter Name und mein guter Ruf in den Schmutz gezogen werden, und deshalb ist es unmöglich, an dieser Schule zu bleiben.“ Kellermann selbst war gestern nicht für eine weitere Stellungnahme zu erreichen.

    Schulleiter Klaus Schneikart sagte, dass das ambitionierte Musikprogramm der Schule auch nach dem Abschied des „tollen Orchesterleiters“ fortgeführt werden solle. Für den Instrumentalunterricht sei bereits eine gute Regelung gefunden worden. Auch ein neuer Orchesterleiter werde wohl schon bald präsentiert werden. Nun fehle der Schule noch ein Lehrer für Streichinstrumente, doch er sei zuversichtlich, dass schnell qualifizierter Ersatz für Kellermann gefunden werde, sagte Schneikart.

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