Rennertshofen Es muss nicht immer schief gehen, wenn man an einem Freitag, dem 13. etwas beginnt. Das beste Beispiel dafür ist die Rennertshofener Faschingsgesellschaft Fidelitas '85. Am Freitag, dem 13. Mai 1985, schlug ihre Geburtsstunde. Genau 25 Jahre später, dem heurigen "Vatertag", blickten die Ranzhofer Narren in ihrer Ausstellung "25 Jahre Fidelitas '85 - Erinnerungen" auf ihre bisherige Geschichte zurück. Auch diese Rückblende war ein toller Erfolg - einen besseren Termin hätte sich die Fidelitas '85 gar nicht aussuchen können.

Viele Gründungsmütter und -väter, Prinzenpaare, Tänzer, Vorstandsmitglieder, Freunde und Gönner des Vereins fanden den Weg in die Aula der Volksschule und konnten durch ein Vierteljahrhundert Fidelitas-Geschichte spazieren.
Showtanz- und Gardekostüme und fast alle Prinzessinnen- und Prinzengewänder der vergangenen 25 Jahre hatten Präsidentin Ulrike Polleichtner und ihr Mann Stefan aufgetrieben und präsentieren sie eindrucksvoll. Nur ein paar ganz wenige der prunkvollen Roben waren ihren Besitzern abhanden gekommen oder wurden entsorgt, weil sie bei einem Umzug schon wieder einmal im Wege waren.
So wurde die Ausstellung nicht nur zu einer Reise in die Vereinsgeschichte, sondern regte auch zu vielen Erinnerungen an, die beim Anblick der Gewänder, der vielen Bilder, Zeitungsberichte, Filmausschnitte und Orden geweckt wurden. So manches ehemalige Prinzenpaar fand sich auch in Natura wieder, so etwa Prinz Rudi I. und seine Prinzessin Franzi I. aus der "alten" Fidelitas, die im Jahre 1959 das fünfte Rennertshofener Prinzenpaar stellten. Wie sich doch die Zeiten ändern: "Ein 21-jähriges, fesches und schlankes Brünettchen" wurde die Prinzessin damals in einem Zeitungsartikel beschrieben. "Mit 23 Jahren und im Sternzeichen des Löwen geboren", heißt es dort weiter, "wird Prinz Rudi verstehen, alle Versuche, ihm seine Prinzessin und Braut zu entführen, mit Geschick und beruflicher Beredsamkeit zu verteidigen".
Das ist gelungen, denn der Lehrer Rudolf Anlauf heiratete seine Prinzessin mit dem bürgerlichen Namen Walli Franziska Meyr - übrigens nicht die einzigen in der Fidelitas-Geschichte, die danach auch zu einem "echten Paar" wurden.
25 Jahre - in ihrem Rückblick kramte Vereinschefin Ulrike Polleichtner auch in Erinnerungen an vergangene Marktfeste mit Strohlager, Spanferkel und Mäuseroulette. Abenteuerliche Vereinsfahrten, fröhliche Weinfeste, rauschende Krönungsbälle, Faschingsumzüge bei Schneesturm, aber auch bei Sonnenschein mit heißen brasilianischen Sambatänzerinnen wurden wieder präsent. Dass es in 25 Jahren Vereinshistorie nicht nur Hochs gab, sondern die Verantwortlichen auch bittere Tiefs durchleben mussten, konnte man aus dem Rückblick der Präsidentin ebenso entnehmen: 1988 brachte man in Ranzhof kein Prinzenpaar zusammen, 1991 wurde der Fasching wegen des Golfkriegs gar abgesagt.
"Das war schon bitter, nach all den Vorbereitungen, wo wir uns doch so auf den Fasching und den großen Umzug gefreut hatten", erinnert sich die damalige Prinzessin Vera Schneider, die zusammen mit ihrer Mutter Resi Schneider, die 1960 als Prinzessin Resi I. den Narrenthron bestiegen hatte, durch die Ausstellung schlendert.
Doch übers Ganze betrachtet, sind diese paar Tiefs lediglich Ausnahmeerscheinungen und die Gründung der Fidelitas war "die Geburtsstunde einer Erfolgsgeschichte", wie es Bürgermeister Ernst Gebert treffend beschrieb. "Der Name Fidelitas ist ein Markenname für Frohsinn und Lebensfreude, aber auch für Kreativität. Die Fidelitas ist aus unserer Marktgemeinde nicht mehr wegzudenken."
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