Burgheim Ein Fuchs lässt sich zwar tagsüber nicht blicken, dafür umso mehr Hasen. Dass der Feldhase vom Aussterben bedroht ist, wie der Bayerische Jagdverband vor Ostern gewarnt hatte, davon ist auf der Ackerflur zwischen Leidling und Dezenacker nichts zu spüren. Die Löffler tummeln sich zuhauf im Talgrund und an den terrassierten Hängen, die sich von Biding in Richtung Osten zum Reisberg und nach Sankt Wolfgang ziehen. Das Gebiet ist Teil der sogenannten Aindlinger Terrassentreppe, der teilweise geschützten wald- und gehölzreichen Kulturlandschaft zwischen Donaumoos und der Lechmündung. Direkt angrenzend auf dem höher gelegenen „Kreut“ plant die Marktgemeinde Burgheim eine Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen auszuweisen.
„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, zeigt sich Bürgermeister Albin Kaufmann zuversichtlich. Die Kommune hatte im Vorjahr eine Landschaftsplanerin beauftragt, die Burgheimer Flur nach geeigneten Flächen mit einem Mindestabstand von 800 Metern zu besiedelten Flächen zu untersuchen. Eine weitere Vorgabe war 620 Meter Seehöhe für Windräder wegen des Segelfliegerplatzes. Anders als etwa die Anlage bei Kienberg (179 Meter) in der Nachbargemeinde Rennertshofen können Windräder in Burgheim maximal 120 Meter aufragen. Elf Gebiete erfüllten diese Voraussetzung, drei davon kamen in die engere Wahl, mittlerweile hat sich der Gemeinderat auf Fläche Nummer neun, ein 20 Hektar großes Gebiet in dem Dreieck zwischen Leidling, Sinning und Dezenacker verständigt. Momentan laufen Gespräche mit dem Landratsamt, „wir wollen den Prozess jetzt zügig abschließen“, bekräftigt Kaufmann. Sei das Sondergebiet erst einmal ausgewiesen, könne man potenzielle Investoren auf dieses Areal beschränken. „Damit haben wir eine Verspargelung unserer Landschaft vermieden.“
Auch sonst gibt sich Albin Kaufmann betont gelassen. Mit der Erfahrung von 16 Dienstjahren treibt der Gemeindechef die geplanten Projekte für 2012 voran und zählt auf: zwei „mächtige“ Hochbauprojekte, die Kinderkrippe für eine Million Euro und der Anbau am Feuerwehrhaus (600000 Euro). Hinzu kommt die Ausweisung des Baugebiets Burgheim-West, Kostenpunkt rund 800000 Euro. „Wie es aussieht, werden wir also ein Darlehen brauchen“, stellt Kaufmann fest. Zukunftsweisende Maßnahmen seien eben nicht aus der Portotasche und auch nicht in einem Haushaltsjahr zu finanzieren.
Auch in den Unterhalt der Verkehrsinfrastruktur investiert die Gemeinde weiter. 200000 Euro kostet die Sanierung der westlichen Ortsdurchfahrt Straß, in drei bis vier Wochen sei die Maßnahme abgeschlossen. Als erfreulich bezeichnet der Bürgermeister die Entwicklung des Gewerbegebiets Burgheim. Fünf Betriebe haben sich bereits angesiedelt ein sechstes Unternehmen komme gerade dazu.
Hochwasserstudie abwarten
Wenig tut sich in Sachen Freibordsicherung. Die Gemeinde habe beschlossen, die Ergebnisse einer Studie der TU München zu Donauhochwassern abzuwarten. „Davon hängt ab, wie wir weiter vorgehen“, betont Kaufmann. Man wolle nach wie vor am Ball bleiben und den Wasserrechtsbescheid von 1971 revidiert wissen. Grundsätzlich fordert Burgheim nach wie vor mehr Retentionsflächen entlang des Stroms „und dort vor allem auf der nördlichen Seite“. Notfalls behalte man sich weiter rechtliche Schritte vor, um die Interessen der Marktgemeinde zu vertreten.