Nördlingen Für manche Zeitgenossen kommt es schon knüppeldick. Martin Wagner, landwirtschaftlicher Lohnunternehmer aus Fessenheim und einer der größten seiner Zunft im Landkreis Donau-Ries, kann ein Lied davon singen. In den frühen Morgenstunden des 1. Januar war er nämlich unmittelbar von einem Großbrand in einer Halle auf dem BayWa-Gelände in der Nördlinger Adamstraße betroffen, wo einige seiner Fahrzeuge und Gerätschaften untergestellt waren, die teilweise vom Feuer völlig zerstört wurden. Und Martin Wagner ist schon zum zweiten Mal Opfer eines solchen Großbrandes. Bereits im Juni 2009 wurden auf seinem Anwesen in Fessenheim eine Maschinenhalle und darin abgestellte landwirtschaftliche Fahrzeuge durch ein Feuer zerstört. Seinerzeit war Brandstiftung die Ursache, wie die Polizei ermittelte. Der Sachschaden belief sich damals auf rund zwei Millionen Euro. Danach brannten im Ries noch weitere Maschinenhallen, die einem noch unbekannten Brandstifter zugeordnet werden.



Die Ursache des neuerlichen Brandes am Neujahrsmorgen in Nördlingen war gestern noch nicht geklärt. Die Polizei geht davon aus, dass es Feuerwerkskörper gewesen sein könnten. "Die Kripo ermittelt in alle Richtungen", hieß es in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Nord in Augsburg auf die Frage, wie Knallkörper in eine geschlossene Halle gelangen und dort ein Feuer auslösen könnten. Um diese und andere Fragen zu klären, sucht die Polizei Zeugen, die sich gegen 5 Uhr morgens im Umfeld der Halle aufhielten und eventuell Beobachtungen gemacht haben. An der Brandstelle wurden jedenfalls Feuerwerkskörper sichergestellt, die vor dem Großbrand abgefeuert worden waren.
Nach Angaben von Nördlingens Stadtbrandinspektor Heinz Lutz, der mit rund 50 Mann am Einsatzort war, ist die Feuerwehr gerade noch rechtzeitig angerückt, um an der Adamstraße Schlimmeres zu verhindern. "Durch entsprechende Brandbekämpfung konnten wir ein großflächiges Ausbreiten des Feuers stoppen", sagte Lutz gestern. Sehr stark sei allerdings die Rauchentwicklung gewesen, weshalb schwerer Atemschutz nötig war. Zur Unterstützung habe man im Laufe des Einsatzes die Feuerwehren aus Pfäfflingen, Baldingen und Herkheim zusätzlich angefordert, um die Kollegen bei dem rund sechstündigen Einsatz abzulösen.
Martin Wagner zeigte sich gestern schon etwas ratlos, warum es schon wieder ihn erwischt hat. Er will allerdings nicht weiter spekulieren, ob es sich wie vor eineinhalb Jahren erneut um Brandstiftung gehandelt haben könnte. Das sei Sache der Polizei. Mit einem Versicherungsvertreter sei er bereits vor Ort gewesen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.
Für heute habe sich nochmals die ermittelnde Kriminalpolizei aus Dillingen angekündigt, um weitere Spuren zu sichern. Die Höhe des Sachschadens schätzte die Polizei gestern auf mehrere hunderttausend Euro. (bs)
Bei uns im Internet: Bilder vom Brand der Maschinenhalle unter www.rieser-nachrichten.de
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