Hohenaltheim Am 19. Juni dieses Jahres wurde beim Dorffest des Fördervereins der Karolinger Schützen Hohenaltheim in einem Grillstand eine Frau von einer herabfallenden 12 Kilogramm schweren Holzplatte am Kopf verletzt (RN berichteten). Wegen fahrlässiger Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen den Vorsitzenden des Fördervereins, Armin Sporys, nun eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro zugunsten der Verkehrswacht Nördlingen verhängt.
Um sich eine Gerichtsverhandlung zu ersparen, hat Sporys die Strafe akzeptiert und das Geld Anfang dieser Woche überwiesen, doch der engagierte Vereinsvorsitzende ist zutiefst frustriert. Die Begründung der Staatsanwaltschaft: „Die Möglichkeit des Herunterfallens der Platte und die hierdurch verursachten Verletzungen hätten Sie bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt erkennen können und müssen“, und die Aussage: „Die Staatsanwaltschaft hält wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten“, kann er nicht nachvollziehen. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich zuverlässig und umsichtig bin“, sagt er.
Opfer gibt ihm keine Schuld
Selbst die Verletzte habe ihm persönlich oder dem Verein für diesen Unfall keine Schuld gegeben (ein starker Windstoß hatte die Holzplatte gelöst), und auch keine Anzeige gegen den Verein erhoben, betont er. Bei seiner ersten Vernehmung durch die Polizei habe es außerdem geheißen, ähnliche Fälle im Straßenverkehr würden wegen Geringfügigkeit eingestellt. Der Ärger sitzt tief. Per Mail hat er sich bei der bayerischen Justizministerin Dr. Beate Merk beschwert, bislang ohne Rückmeldung.
„Überall fordern die Politiker, die Bürger sollen sich mehr engagieren, und dann wird man als Vereinsvorsitzender für diese Verkettung unglücklicher Umstände von Staatswegen bestraft“, ärgert sich Sporys, der seit der Gründung des Fördervereins 2007 den Vorsitz hat, sich im Kriegerverein Hohenaltheim engagiert und seit 2009 auch Vorsitzender des Fischereivereins Hohenaltheim ist.
Ämter ruhen lassen?
Mehrere Hundert Stunden im Jahr sei er ehrenamtlich und unentgeltlich in seiner Freizeit im Einsatz, macht er seinem Ärger Luft, dabei könne er es sich auch, wie so viele, hinter dem eigenen Ofen bequem machen. Als Konsequenz überlegt er, alle Ämter niederzulegen oder zumindest ruhen zu lassen.
Dass sich angesichts dieser Rechtsprechung immer mehr Vereine schwertun würden, das arbeitsreiche und verantwortungsvolle Amt des Vorsitzenden zu besetzen, verwundert ihn nicht. „Es heißt ja immer, ein Vereinsvorstand steht mit einem Bein im Gefängnis, bei mir sind es gleich beide“, so sein sarkastischer Kommentar. (gne)