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Aschermittwoch: Mehr als der Verzicht auf Speisen

Aschermittwoch

Mehr als der Verzicht auf Speisen

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    Die Fastenzeit hat begonnen.
    Die Fastenzeit hat begonnen.

    Nördlingen/Wallerstein „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, heißt es in einem bekannten Faschingslied. Alles? Nein, nur der Fasching, die Fastnacht, der Karneval, das Laute, das Schrille. Und heute beginnt ein neuer Zeitabschnitt: die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. „Mitten im Leben, mitten unter der Woche“, so der katholische Dekan Paul Erber.

    In Gottesdiensten wird katholischen Christen ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ (Genesis 3,19). Die Menschen sollen innehalten, Zeit finden zum Nachdenken, was wichtig und was unwichtig ist in ihrem Leben, erklärt Dekan Erber. „Fasten heißt nicht Schönheitsfasten. Das Augenmerk liegt nicht auf dem Verzicht von bestimmten Speisen und Genussmitteln. Fastenzeit ist die Vorbereitung auf Ostern, also keine Zeit der Trauer. Denn das Ziel ist die Freude, die österliche Botschaft. Der Mensch wird erlöst durch Jesus Christus am Kreuz.“

    Drei Dinge gehören für Dekan Erber zur Fasten- oder Passionszeit. Neben dem Fasten sind dies Beten als Begegnung mit Gott und Almosen geben. Der Geistliche erinnert in diesem Zusammenhang an den Misereor-Sonntag am 10. April.

    Ehrlichkeit als Fastenziel

    „Aus evangelischer Sicht ist das Fasten sicher empfehlenswert, aber kein Muss“, betont der evangelische Pfarrer Klaus Haimböck aus Wallerstein. Man kann durch den Verzicht auf bestimmte Genüsse, Annehmlichkeiten oder Gewohnheiten – wie etwa das Fernsehen – feststellen: „Bin ich noch selbst Herr meiner Lage oder bin ich abhängig?“

    Wichtiger noch als der Verzicht sei jedoch eine Überprüfung und eine Neuausrichtung des eigenen Handelns. Sehr gut findet Haimböck daher die Aktion „7 Wochen ohne“. (Siehe Infokasten) „In diesem Jahr geht es um Ehrlichkeit. Wie oft sage ich die Wahrheit oder wie oft versuche ich mich herauszureden.“ Wer die Fastenzeit so verstehe, der sei auf einem guten Weg, so Pfarrer Haimböck. (gne)

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