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Spektakulärer Freispruch: Amanda Knox will einfach nur nach Hause

Spektakulärer Freispruch

Amanda Knox will einfach nur nach Hause

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    Amanda Knox verlässt nach ihrem Freispruch in Tränen aufgelöst das Gericht. dpa
    Amanda Knox verlässt nach ihrem Freispruch in Tränen aufgelöst das Gericht. dpa

    Kurz nach ihrem spektakulären Freispruch vom Vorwurf des Mordes an einer britischen Studentin hat die US-Amerikanerin Amanda Knox das Gefängnis der mittelitalienischen Stadt Perugia verlassen. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurde die 24-Jährige Montagnacht in einem schwarzen Mercedes mit unbekanntem Ziel vom Gelände der Haftanstalt gefahren, in der sie fast vier Jahre gefangen war.

    Italienischen Medienberichten zufolge wollte Knox, die als "Engel mit den Eisaugen" bekannt wurde, Italien noch am Dienstag verlassen. Sie werde mit ihrer Familie gegen 11.00 Uhr einen Flug nach London nehmen, um nach Seattle weiterzureisen, hieß es. "Ich habe das Unerträgliche ertragen", sagte sie nach Angaben von Corrado Maria Daclon, Generalsekretär einer amerikanisch-italienischen Stiftung, die sich in dem jahrelangen juristischen Tauziehen für die junge US-Studentin eingesetzt hatte. Sie wolle "einfach nur nach Hause, sich wieder mit ihrer Familie vereinen, ihr Leben wieder in Besitz nehmen und ihre Fröhlichkeit zurückgewinnen", sagte Daclon, der Knox auf der Fahrt weg vom Gefängnis begleitete, laut Ansa.

    Große Freude in Seattle

    In ihrer Heimatstadt Seattle wird Knox sehnsüchtig erwartet. Eine Gruppe von Freunden der 24-Jährigen  versammelte sich wegen der Zeitverschiebung bereits am frühen  Morgen in einem Hotel der Stadt, um das Urteil live im Fernsehen zu  verfolgen. Als der Freispruch kam, gab es eine Freudenexplosion. Es wurde geklatscht,  Freudentränen flossen. "Ich kann immer nur an die Mutter von Amanda denken und wie  glücklich sie sein muss, dass ihre Tochter jetzt - nach vier Jahren  - endlich frei ist", sagte Kallane Henry, eine Freundin der Eltern von Amanda Knox.

    Nach ihrem Freispruch hat die Amerikanerin Amanda Knox ihren Unterstützern gedankt. "Viele haben meinen Schmerz geteilt und haben mir geholfen, hoffnungsvoll zu überleben", heißt es in einem öffentlichen Brief der 24-Jährigen. "Ich werde immer dankbar sein: Allen, die mir geschrieben haben, allen, die mich verteidigt haben, allen, die für mich gebetet haben. Ich habe Euch lieb, Amanda".

    Medien in USA und Großbritannien haben unterschiedliche Positionen

    Das US-Außenministerium lobte das italienische Rechtssystem: "Die USA erkennen die sorgsame  Prüfung des Falles durch die italienische Justiz an", erklärte  Außenamtssprecherin Victoria Nuland.Die  US-Botschaft in Rom werde Knox und ihrer Familie auch nach der  Freilassung weiter unterstützen.

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    In den Medien hatte der Prozess die Gemüter erhitzt, wobei in  den USA und Großbritannien unterschiedliche Positionen bezogen  wurden. Während britische Boulevardzeitungen Knox als Täterin darstellten, übernahmen US-Blätter ihre Verteidigung und  kritisierten das italienische Rechtssystem.

    Nach dem Freispruch für die US-Amerikanerin Amanda Knox haben sich in Großbritannien die öffentlichen Reaktionen auf die Angehörigen des Opfers konzentriert. "Ich habe nicht jedes Stück dieses Falles verfolgt, aber was ich sagen würde, ist, dass wir jetzt an die Familie von Meredith Kercher denken sollten", sagte Premierminister David Cameron imITV-Fernsehen. "Die Eltern hatte eine Erklärung für das, was ihrer wunderbaren Tochter zugestoßen ist, und diese Erklärung gibt es jetzt nicht mehr."

    Familie des Opfers fordert Aufklärung

    Die Familie des Opfers zeigte sich geschockt von dem neuen Urteil  und beklagte, dass das Opfer bei all den Schlagzeilen über den  Prozess vergessen worden sei. Nachdem die Mutter von Kercher das  Urteil im Gerichtssaal reglos und stumm aufgenommen hatte, erklärte  die Familie später: "Wir können es nicht verstehen, wie das erste  Urteil komplett umgedreht werden kann. Wir wollen, dass die  Wahrheit ein für alle Mal herausgefunden wird."

    John Kercher, der Vater des 21-jährigen Opfers, sagte der Zeitung Daily Mirror: "Wir sind alle geschockt." Er hätte es verstanden, wenn der Richter das ursprüngliche Urteil gelockert hätte. "Aber einen kompletten Freispruch? - Wow!", sagte er.

    Kercher war Anfang November 2007  halbnackt, mit durchschnittener Kehle und mit Dutzenden Messerstichen in der Wohnung im italienischen Perugia gefunden worden, die Amanda Knox und sie gemeinsam bewohnte. Das Gericht erster Instanz hatte  es als erwiesen angesehen, dass Knox und  ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito die Britin unter  Einfluss von Drogen und Alkohol getötet hatten, während ein  ebenfalls berauschter Bekannter die Arme des Opfers festhielt.  Dieses Urteil wurde nun vom Berufungsgericht verworfen. Zuvor hatten vor dem Gericht unabhängige Experten ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests geäußert, die in erster Instanz zur Verurteilung von  Knox und Sollecito geführt hatten.

    Für Beihilfe am Mord an Meredith sitzt weiter der Ivorer Rudy Guede im Gefängnis. Er wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt. Wem er geholfen hat, ist nach dem Urteil wieder völlig offen. afp/dapd/dpa

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