Was passiert, wenn Außerirdische in Deutschland landen? Der Abgeordnete Peter Hettlich hat die Bundesregierung gefragt. Und eine enttäuschende Antwort bekommen. Von Niko Steeb Von Niko Steeb


Von Niko Steeb
Berlin/Augsburg - Ein Schatten schiebt sich über Berlin. Außerirdische landen vor dem Berliner Reichstag. Die Klappe öffnet sich und ein fremdartiges Wesen verlässt die Flugscheibe. Was passiert dann?
Peter Hettlich, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Amateurastronom, hat diese und ähnliche Fragen offiziell der Bundesregierung gestellt: Sucht die BRD nach Außerirdischen? Ist die Bundesregierung auf eine Kontaktnahme vorbereitet? Gibt es Pläne? Welche Behörden sind zuständig? Wie wahrscheinlich ist es, dass Außerirdische landen - und wer begrüßt sie dann?
Peter Hettlich gibt die Antwort selbst, mit einem nicht ganz ernsten Unterton: "Wer begrüßt die? Welches Ministerium ist zuständig? Normal das Außenministerium. Aber vielleicht kommt ja auch Wolfgang Schäuble, weil es sich um illegale Einwanderer handelt. Oder Verteidigungsminister Jung sagt, wir müssen sofort zuschlagen."
Peter Hettlich ist bei den Grünen neben Aufbau Ost und Baupolitik auch für Raumfahrtpolitik und Astronomie zuständig: "Ich beschäftige mich schon lange mit Astronomie. In England gab es vor ein paar Jahren eine ähnliche Anfrage und da entstand ein Riesenwirbel um die Antworten der britischen Regierung." Von den Antworten der Bundesregierung war Hettlich aber eher enttäuscht.
Auf den ersten Fragenkatalog mit immerhin 13 Fragen kam überhaupt keine Antwort - wegen angeblicher Unernsthaftigkeit. Das mag auch daran gelegen haben, dass die Anfrage am 1. April gestellt wurde. Dabei hatte Hettlich volle Rückendeckung von den beiden Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Fritz Kuhn: "Renate hat sofort zugestimmt. Fritz war etwas zurückhaltender wegen der allgemeinen Krise in Deutschland. Dann wollte er aber selbst auch noch eine Frage stellen." Diese lautete dann, woran Außerirdische erkennen könnten, ob die Bundesregierung derzeit arbeite.
Dass die erste kleinen Anfrage völlig ignoriert wurde, kann Hettlich nicht nachvollziehen: "Das ist unakzeptabel", sagt er gegenüber Augsburger Allgemeine Online. Dabei habe er doch auch gefragt, in welche Programme zur Suche nach Außerirdischen die Bundesregierung Geld stecke - und wie viel. Weitere Fragen gingen darum, wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass es Außerirdische gibt und wie die Bundesregierung auf einen möglichen Kontakt vorbereitet ist.
Keine Antwort ist auch eine Antwort, denkt sich Hettlich jetzt und vermutet, dass es "in irgend einer Form eine Anweisung gibt" für den Fall, dass außerirdische Wesen auftreten. Wie diese aussehen könnten, darüber mag er nicht spekulieren: "Es könnten intelligente Wesen sein, die völlig anders aussehen als wir. Es könnte sich aber auch um Bakterien oder ähnliches handeln, die keine geringere Gefahr darstellen würden."
Eines ist für den Bundestagsabgeordneten sicher: "Wir sind nicht allein." Alleingelassen fühlt er sich hingegen von der Bundesregierung, die auf mehrere schriftlich gestellte Fragen knapp, ausweichend oder pampig geantwortet habe.
Eine Frage vom 22. Juni (Drucksache 16/13570) lautet: "Wie hoch schätzt die Bundesregierung die Wahrscheinlichkeit der Existenz intelligenter extraterrestrischer Lebewesen ein (...)?" Die Antwort: "Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse vor, die eine zuverlässige Einschätzung der Wahrscheinlichkeit extraterrestrischen Lebens erlauben würden (...)."
Die folgenden Fragen werden nur mit einem lapidaren "Aufgrund der Antwort zu Frage 28 erübrigt sich eine Beantwortung" abgetan. Für Hettlich der eigentliche Skandal: "Wir waren verärgert über die pampige Art der Beantwortung. Das ist Leistungsverweigerung der Bundesregierung. Ich habe kurz überlegt das Verfassungsgericht anzurufen wegen der kleinen Anfragen."
Peter Hettlich sieht das Problem in der satten Mehrheit der regierenden Parteien und sagt: "Das ist Arroganz, die Exekutive weiß oder glaubt zu wissen, das Parlament im Sack zu haben." Seine Anfrage, vermutet er, sei in den unteren Rängen hängen geblieben. Hettlich ist sich sicher: "Angela Merkel hätte es beantworten lassen."
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