„Aus fünf mach vier“ oder „80er, 90er und das Beste von heute!“ war das Motto der gestrigen DSDS-Show. Zum siebten Mal mussten sich die verbliebenen Kandidaten vor der Jury beweisen. Sebastian Wurth, Ardian Bujupi, Marco Angelini, Pietro Lombardi und die letzte weibliche Kandidatin Sarah Engels traten drei Mal auf und machten eine musikalische Zeitreise durch die letzten 30 Jahre.
Nachdem im Jury-Auftritt Dieter Bohlen als riesiger Animations-Titan die Zuschauer vor dem Fernseher platt gemacht hat und er durch eine Video-Botschaft von Jennifer Lopez als Pop-Guru stilisiert wurde, ging die siebte Mottoshow mit einem reibungslosen Gruppenauftritt („I gotta feeling“ von The Black Eyed Peas) los.
DSDS: Sebastian Wurth konnte nicht anknüpfen
Weil Sebastian Wurth mit seinen 16 Jahren nach zehn Uhr abends nicht mehr auf der Bühne stehen darf, war er der erste Kandidat. Mit „Ayo Technology“ legte er einen auf seine Stimme und Gitarre reduzierten Auftritt hin, der die Jury begeisterte. „Du bist authentisch und das macht einen Star aus“, beschwor die Jury. Ardian Bujupi folgte mit seiner Version eines Backstreet Boys-Covers, doch er konnte trotz seiner Tanzeinlagen nicht an das Lob der letzten Mottoshow anknüpfen.
Eher wackelig war Marco Angelinis Version „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue. Der Jury blieb nicht unbemerkt, dass er beim Einstieg in die erste Strophe die falsche Tonlage erwischte und auch sein Versuch, durch ein rockiges Auftreten die Stimmung wieder zu beleben, schlug fehl. Patrick Nuo fand den Auftritt „so lala“, Dieter Bohlen kritisierte Marko als „nichts Besonderes“ und auch Fernanda Brandao fehlte der Wiedererkennungswert.
Sarah Engels als "Bügelstation"
Sarah Engels gelang es, Tina Turners unverkennbaren Hit „Simply the best“ zu ihrem ganz eigenen Song zu machen, was die Jury hoch bewertete. Lediglich an ihrer Bühnenpräsenz sollte sie noch etwas arbeiten, denn laut Bohlen stand sie da wie eine „Bügelstation“. Doch Fernanda befand Sarahs Auftritt als den besten der ersten Runde.
Doch da hatte sie noch nicht Pietro Lombardis Version von Stevie Wonders „I just called to say I love you“ gesehen. Mit seinem etwas tollpatschig wirkenden Auftreten und seiner unverkennbaren Stimme machte er laut Dieter Bohlen aus der Nummer eine „richtige Pietro-Version“. Zwar nicht perfekt, aber individuell begeisterte Pietro die Jury.
Direkt nach der ersten Runde wurden die Leitungen für die Zuschauer geöffnet und das Voting konnte beginnen. Weil Sebastian Wurth nicht mehr viel Zeit blieb, ehe es zehn Uhr schlug, musste er gleich zwei Mal hintereinander auf die Bühne. Mit seinem zweiten Auftritt „I promised myself“ von Nick Kamen entlockte der 16-Jährige dem Pop-Titan Bohlen Höchstnoten und der war sich sicher: „Würden wir morgen mit diesem Song ins Studio gehen, würde das ein Hit werden!“
Bohlen machte Werbung für Sebastian Wurth
Sebastians dritte Performance „Mandy“ von Westlife bezirzte Fernanda auch trotz seines „Konfirmations-Looks“. Dieter Bohlen lobte Sebastians „gefühlsechten“ Auftritt und rief explizit die Zuschauer dazu auf, für den 16-Jährigen anzurufen.
Sehr viel aktueller wurde es bei Ardian Bujupis Version von Ushers „More“. Mit viel Lichtspielen und Tanzeinlagen heizte er der Jury ein, doch auch mit seinem dritten Auftritt war die gängige Kritik, dass er nicht an das Hoch der letzten Mottoshow anknüpfen konnte.
DSDS 2011: Sarah Engels und Pietro Lombardi als klare Favoriten
Die zweite und dritte Runde bestritten die Kandidaten ohne große Überraschungen. Marco Angelini konnte aus seiner „schönen Fassade“ ohne große Tiefgründigkeit nicht ausbrechen. Seine Performance bestach durch Energie und Bühnenpräsenz, unter der jedoch seine gesangliche Leistung litt. Er war der Wackelkandidat des Abends.
Die eindeutigen Favoriten der siebten Mottoshow waren Sarah Engels und Pietro Lombardi. Während Pietro mit seinen sehr eigenwilligen Auftritten aus bekannten Hits wie „Sweat“ von Inner Circle und der Ballade von Kris Allen „To make you feel my love“ für „Gänsehaut-Alarm“ bei Fernanda sorgte und Dieter Bohlen stolz machte, begeisterte Sarah Engels die Jury mit einer Ballade von Leona Lewis. Technisch war sie für Dieter Bohlen die Beste, doch den Wiedererkennungsfaktor von Pietro konnte auch sie nicht überbieten. Wieder einmal betonte Bohlen, dass er ein Pietro-Fan ist.
Auch Ardian Bujupi bestach im „Stiftung Bohlentest“ nicht und lieferte nach Einschätzung Bohlens nur „Käse“ ab. Seine Schwächen waren die hohen Töne, „Chef-Juror Bohlen“ kritisierte sein „schlechtes Rhythmusgefühl“ und Fernanda hoffte auf Ardians Fanclub, dessen Anrufe ihn vielleicht retten würden.
Entscheidung: Sebastian Wurth ist raus
Nach dem Voting-Schluss gab die Jury ihre Favoriten bekannt: Alle drei waren sich einig, dass Sarah Engels die Beste des Abends war. „Was wäre uns entgangen, wenn Sarah nicht zurück gekommen wäre?“, fragte Bohlen. Dicht hinter ihr lagen Pietro Lombardi und Sebastian Wurth.
Wieder einmal machte es der Moderator Marco Schreyl spannend, doch der erste Viertelfinalist war Bohlens männlicher Liebling Pietro Lombardi. Nachdem Sebastian Wurth auf seinem Thron in der Zuschauerloge zum Zittern verdonnert wurde, konnte sich Sarah Engels über ihr Weiterkommen freuen.
Die Überraschung des Abends war Marco Angelini. Trotz seines wackeligen Auftritts kam der Österreicher ins Viertelfinale. Sebastian Wurth und Ardian Bujupi mussten zittern, doch als letzter der fünf Kandidaten kam Ardian Bujupi in die achte Mottoshow.
Dieter Bohlens Miene verriet die Überraschung angesichts des Ausscheidens des talentierten 16-Jährigen mit der großen Stimme. Der Verlierer der siebten Show zeigte Größe, dankte seinen Fans und zeigte Kampfgeist: „Ich hoffe, ihr werdet mich weiterhin unterstützen!“ AZ