Freitag, 24. Mai 2013

29. September 2011 08:07 Uhr

Getöteter Bub aus Grefrath

Mirco-Prozess: Heute wird das Urteil erwartet

An diesem Donnerstag könnte das Krefelder Landgericht ein Urteil im Fall Mirco fällen. Ein 45-Jähriger wird beschuldigt, den Zehnjährigen ermordet und sexuell missbraucht zu haben.

Beobachter des Prozesses gegen den mutmaßlichen Mörder des zehnjährigen Mirco rätseln über den wahren Charakter des Mannes. Heute könnte das Krefelder Landgericht ein Urteil fällen.
Foto: dpa

Im Prozess um den Mord an dem zehnjährigen Mirco aus dem niederheinischen Grefrath wird heute (13 Uhr) das Urteil am Landgericht Krefeld erwartet. Dem 45 Jahre alten Familienvater Olaf H. droht wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs eine lebenslange Haftstrafe.

Bei besonderer Schwere der Schuld wäre vorzeitige Haftentlassung ausgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft hat zudem beantragt, dass die Strafkammer die besondere Schwere der Schuld feststellt. In diesem Fall wäre eine Haftprüfung nach etwa 15 Jahren und eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung ausgeschlossen.

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Der geständige Angeklagte hatte Mirco am 3. September des vergangenen Jahres entführt, sich in einem Waldstück an ihm vergangen und ihn dann umgebracht. Das Motiv des 45-Jährigen liegt allerdings weitgehend im Dunkeln. Im Zeugenstand hatten seine drei früheren Ehefrauen den  Angeklagten als liebevollen Familienvater ohne jeden Hang zu Gewalt  geschildert.

Psychiater: Angeklagter ist "gesunde Normalperson"

Ein psychiatrischer Gutachter hatte Olaf H. volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten sei bei der Tat nicht beeinträchtigt gewesen. Bei dem 45-Jährigen handele  es sich um eine "gesunde Normalperson" von überdurchschnittlicher Intelligenz. Die zweite Ex-Frau des Familienvaters hatte vor Gericht gesagt: "Er ist ein sehr liebenswürdiger Mensch."

Eine Arbeitskollegin aus Wuppertal zeichnete allerdings ein anderes Persönlichkeitsbild des Angeklagten: "Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass er Macht über Menschen ausüben wollte", sagte die 50-Jährige. Ihren direkten Chef, der Olaf H. unterstellt gewesen sei, habe er einmal vor versammelter Mannschaft "abgekanzelt". Einen Kollegen habe er benutzt, "um dem Teamleiter eins reinzuwürgen". Mehrere Arbeitskollegen berichteten allgemein von "extremem Druck", der auf allen Mitarbeitern gelastet habe. dapd

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