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"Horror-Haus": Mordprozess Höxter: Geliebte beschreibt Angeklagten als liebevoll

"Horror-Haus"

Mordprozess Höxter: Geliebte beschreibt Angeklagten als liebevoll

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    Einer der Angeklagten im Fall des "Horror-Hauses" von Höxter: Willfried W.. Er forderte Geld von seinen früheren Beziehungen.
    Einer der Angeklagten im Fall des "Horror-Hauses" von Höxter: Willfried W.. Er forderte Geld von seinen früheren Beziehungen. Foto: Marcel Kusch, dpa

    Die beiden Angeklagten im Mordprozess um das sogenannte Horror-Haus von Höxter hatten Kontakt zu einer Reihe von alleinstehenden Frauen. Zwei ehemalige Partnerinnen zeichneten am Dienstag vor dem Landgericht Paderborn übereinstimmend das Bild eines gefühlvollen Wilfried W., mit dem sie eine harmonische Beziehung unterhalten hätten. Die ebenfalls Angeklagte Angelika W. habe sich als angebliche Schwester eingemischt.

    Geld als Motiv

    In einer dieser Beziehungen soll es den beiden Angeklagten aber auch um eine größere Summe Geld gegangen sein. Eine 61-Jährige sagte vor Gericht aus, alles sei gut gewesen, bis sie Wilfried 3500 Euro für einen Autokauf geliehen habe. "Jetzt im Nachhinein ist mir klar, dass es wohl nur um das Geld ging. Denn anschließend begann der Streit, es war nicht mehr so wie vorher."Angelika habe sie aufgefordert, weiteres Geld für die Anmeldung des Autos zu zahlen. Die Angeklagte habe zudem behauptet, das Geld sei geschenkt und nicht nur geliehen.

    Eine Zeugin sagt aus, dass sie mehrmals Kontakt mit Opfern von Willfried und Angelika W. hatte. Im Februar 2016 öffnete sie auch der mittlerweile verstorbenen Susanne F. die Tür.
    Eine Zeugin sagt aus, dass sie mehrmals Kontakt mit Opfern von Willfried und Angelika W. hatte. Im Februar 2016 öffnete sie auch der mittlerweile verstorbenen Susanne F. die Tür. Foto: Jonas Güttler, dpa

    Eine andere Zeugin sagte, sie habe über Jahre mehrmals mit Bewohnern des Hauses von Wilfried W. und Angelika W. in Höxter-Bosseborn Kontakt gehabt. Einmal habe ihr im Februar 2016 eine Frau die Tür geöffnet. "Diese Frau hatte einen leeren Blick, graue Haare und ganz dünne Beine", berichtete die 65-Jährige. "Ich muss heute noch oft weinen, wenn ich an sie denke. Denn sie hat mich nicht um Hilfe gebeten, sie hätte ja nur ein Wort sagen müssen", sagte die Zeugin.

    Opfer stirbt Monate später im Krankenhaus

    Bei der Frau mit den grauen Haaren muss es sich um das zweite Todesopfer Susanne F. gehandelt haben. Sie starb rund zwei Monate später an den Folgen von Misshandlungen in einem Krankenhaus. 

    Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. (47) und Angelika W. (48) mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort misshandelt haben. Die Beiden sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Beide beschuldigen sich gegenseitig, die treibende Kraft gewesen zu sein. Ein Urteil wird frühestens im Herbst 2017 erwartet.

    Lesen Sie mehr über das "Horror-Haus" von Höxter: Was geschah Abscheuliches in der Hölle von Höxter?

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