Spektakuläre Enthüllungen durch Wikileaks
Seit seiner Gründung 2006 ist Wikileaks für spektakuläre Enthüllungen gut. Nach dem Umbruch in Tripolis hatte das Web-Portal im August Dokumente im Internet veröffentlicht, bei denen es sich um Mitteilungen von US-Diplomaten zur Situation in Libyen handeln soll. Andere Wikileaks-Enthüllungen der vergangenen Jahre:
Militärhandbuch für Guantánamo: Das Handbuch «Camp Delta Standard Operating Procedures» enthält Bestimmungen der US-Streitkräfte zum Umgang mit Gefangenen. Daraus veröffentlicht das US-Magazin «Wired» im November 2007 unter anderem einen Lageplan.
Dokumente der Schweizer Julius Bär Bank & Trust Co: Die Papiere enthalten Daten von Bankkunden und Daten von Transaktionen auf die zu Großbritannien gehörenden Kaimaninseln, die als Steueroase gelten. Aufsehen erregen weniger die Dokumente an sich als vielmehr der vergebliche Versuch des Schweizer Instituts, im Februar 2008 gerichtlich gegen Wikileaks vorzugehen.
Auszüge aus Verträgen zwischen der Bundesregierung und dem Lkw- Maut-Betreiber Toll Collect: Über die Enthüllung zu den Maut- Verträgen berichtet im November 2009 unter anderem das Internet- Portal heise.de.
Video der US-Streitkräfte zu einem Luftangriff im Irak: Dieser im April 2010 von Wikileaks veröffentlichte Film mit Aufnahmen einer Bordkamera wird bei YouTube millionenfach abgerufen. Medien berichten, der Film dokumentiere einen Angriff auf Journalisten und andere Zivilisten.
Afghan War Diary: Nahezu 92 000 US-Militärdokumente über den Afghanistan-Krieg enthalten Details über den internationalen Einsatz. «Spiegel Online» schreibt, die im Juli 2010 ins Netz gestellten Dokumente zeigten «ein ungefiltertes Bild des Krieges».
US-Militärakten zum Irak: Fast 400 000 geheime Dokumente über Gräueltaten werfen ein grelles Licht auf den Krieg im Irak. Die Akten zeugen nicht nur von Folter und Tod in irakischen Gefängnissen. Sie beweisen auch, dass die USA und ihre Verbündeten bewusst weggeschaut haben. Die USA reagieren empört. Die Veröffentlichung im Oktober 2010 gefährde das Leben ihrer Soldaten.
Vertrauliche Dokumente aus US-Botschaften: Ihre Veröffentlichung erschüttert im November 2010 die Weltdiplomatie und bringt die US-Regierung in Bedrängnis. Wikileaks veröffentlicht mehr als 250 000 brisante Dokumente, die einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen der internationalen Politik bieten. Zugleich berichten fünf renommierte internationale Medien, darunter der «Spiegel». US-Außenministerin Hillary Clinton kündigt «entschlossene Schritte» gegen die Hintermänner an.
Bradley Manning soll vertrauliches Material des US-Militärs an die Internetplattform Wikileaks weitergegeben haben. Jetzt muss sich der 24 Jahre alte US-Soldat für diesen Vorwurf vor dem Militärgericht verantworten. US-Soldat Manning soll rund 260.000 vertrauliche Depeschen des AU-Außenministeriums Wikileaks zugespielt haben. Außerdem, so der Vorwurf, habe Bradley Manning zahlreiche geheime US-Militärdokumente zu den Kriegen im Irak und Afghanistan an die Internetplattform weitergereicht.
Manning soll geheime Daten Wikileaks zugespielt haben
Die Veröffentlichung der skandalträchtigen Unterlagen durch Wikileaks zwischen Juli 2010 und September 2011 sorgte weltweit für Wirbel. Manning soll die geheimen Daten während seiner Stationierung im Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Im Mai 2010 wurde der Obergefreite auf seinem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. Laut den Ermittlern wurden auf Mannings Computern Kontaktdaten für Wikileaks-Mitgründer Julian Assange und zahlreiche militärische Dokumente gefunden.
Soldat Manning droht lebenslang
Stichwort: Hacker, Cracker, Hacktivisten
Ursprünglich bezeichnete der Begriff "Hacker" einen Technik-Enthusiasten, der ein Gerät oder eine Software begreifen will und dabei neue, nicht selten ungewöhnliche Nutzungsmöglichkeiten erschließt.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden darunter jedoch vor allem Kriminelle und Spione verstanden, die Sicherheitslücken ausnutzen, um in fremde Computer einzudringen, um diese lahmzulegen oder Informationen zu stehlen.
In der Szene gibt es für die kriminellen Hacker einen eigenen Begriff: Cracker.
Als Script-Kiddies bezeichnet man abfällig junge Hacker, die mit wenig eigenem Fachwissen Sicherheitslücken an fremden Systemen ausnutzen, um Schaden anzurichten - oder schlicht zu beweisen, wie gut sie sind.
Eine weitere Untergattung des Hackers hat in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen gemacht: Der Hacktivist, der seine Fachkenntnisse einsetzt, um für politische Ziele zu kämpfen.
Die lose organisierte Gruppe Anonymous legte beispielsweise die Websites von Firmen lahm, die das Whistleblowing-Portal Wikileaks boykottiert hatten.
Der Chaos Computer Club (CCC) betont, zur guten Seite zu gehören.
Der Verein hat sich selbst eine Hackerethik gegeben. Und mit ihrer Expertise treiben die Computerexperten die politische Debatten zu Themen wie Vorratsdatenspeicherung oder Überwachungssoftware voran.
Ein Militärrichter werde die Daten für die Verlesung der Anklage, den Beginn der Anhörungen sowie des eigentlichen Prozesses festsetzen, erklärte die US-Armee weiter. Manning droht unter anderem wegen "Unterstützung des Feindes" eine Verurteilung zu lebenslanger Haft. afp/AZ