In Frankreich wird darüber spekuliert, dass Trierweiler womöglich eine ähnliche Rolle wie früher die sozialistische Präsidentengattin Danielle Mitterrand einnehmen könnte. Diese wollte sich nicht mit Wohltätigkeits-Tombolas und Dinnerabenden begnügen, sondern nutzte die Stellung ihres Mannes, sich für die Menschenrechte einzusetzen.
Noch hat sich Trierweiler nicht dazu geäußert, wie sie sich ihre Zeit an der Seite des Präsidenten vorstellt. Im Internet verbreitete sie über den Kurznachrichtendienst Twitter zuletzt lediglich, sie sei „einfach nur mächtig stolz, den neuen Präsidenten der Republik zu begleiten und stets auch glücklich, das Leben von François zu teilen“.
Hollande von Selbstzweifeln zerfressen
Auf den Élysée-Palast hat Trierweiler indes noch keine rechte Lust. Und am liebsten würde sie auch weiter als Journalistin arbeiten, denn „finanziell unabhängig zu sein, ist für mich fundamental“, sagt sie. Dabei ist es alleine ihrem Einfluss auf Hollande zuzuschreiben, dass sie sich nun überhaupt Gedanken über einen Umzug machen muss. Denn noch vor einem Jahr war Hollande von Selbstzweifeln zerfressen. Er hatte deutliches Übergewicht, wurde von politischen Gegnern oft spöttisch als „Karamellpudding“ verlacht und war nicht überzeugt, die Sozialisten erfolgreich in den Wahlkampf führen zu können. Trierweiler half ihm, alles loszuwerden: zunächst seine Naschsucht, dann die Unsicherheit. „Glaubst du, dass du der Beste bist? Dann mach es“, riet sie ihm.
Aus einfachen Verhältnissen
Kennengelernt hatten sich Hollande und Trierweiler Ende der achtziger Jahre. Die heute 47-Jährige war im westfranzösischen Angers in einfachen Verhältnissen aufgewachsen als eines von sechs Kindern einer „verarmten bürgerlichen Familie“, wie Trierweiler selbst sagt. Die ehrgeizige junge Frau studierte Politik an der renommierten Sorbonne und begann 1989 für das Wochenmagazin Paris Match zu schreiben. Ihre Liebe füreinander entdeckten Trierweiler und Hollande allerdings erst vor rund zehn Jahren. Er nennt sie „die Frau meines Lebens“. Vermutlich nicht nur, weil sie ihm den Karamellpudding ausgetrieben hat.