Samstag, 18. Mai 2013

02. April 2012 12:00 Uhr

Studie in Augsburg

„Erfolgreiches Altern“ ist möglich

In Augsburg erforschen Wissenschaftler intensiv das Leben der über 65-Jährigen. Dabei hat Professorin Annette Peters ein Unterschied zwischen Männern und Frauen überrascht.

Eine immer älter werdende Bevölkerung beschwört manche Ängste herauf. Doch die steigende Lebenserwartung ist durchaus ein Grund zur Freude. Denn alt werden bedeutet nicht zwangsläufig Krankheit und Siechtum oder Verlust der geistigen Fähigkeiten. Das betonen Wissenschaftler, die im Rahmen der KORA-Age-Studie das „erfolgreiche Altern“ an mehreren Tausend Bürgern der Region Augsburg erforschen (KORA = Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg).

Die Studie, die 2008 begann und, wie es heißt, eine der größten ihrer Art in Deutschland ist, soll noch bis 2014 fortgeführt werden. Welche biologischen und psychologischen Faktoren machen „erfolgreiches Altern“ aus? Um diese Frage beantworten zu können, nehmen die Wissenschaftler um Professor Annette Peters und Professor Karl-Heinz Ladwig vom Helmholtz Zentrum München das Beziehungsgeflecht von über 65-jährigen Menschen, ihre Risikofaktoren, ihre hormonelle Situation und ihre Krankheiten, aber auch ihre Teilhabe am sozialen Leben unter die Lupe.

ANZEIGE

Chronische Volkskrankheiten im Alter

Zwar treten bei älteren Menschen gehäuft chronische Volkskrankheiten auf, so Peters, dennoch sei nur ein kleiner Teil der KORA-Age-Studienteilnehmer schwer krank oder gebrechlich. „Trotz einem Abbau an Funktionsfähigkeit erhalten sich viele ältere Menschen eine positive Lebenssicht.“ Und Ladwig erklärt, der Alterungsprozess werde heute nicht nur als Abbau, sondern auch als „Wandel und Fortschritt“ begriffen.

Überrascht hat Peters nach eigenen Worten, dass in den bisherigen Untersuchungen die Männer oft gesünder waren und auch besser mit dem Älterwerden klarzukommen schienen als Frauen. Doch auch die Frauen punkten: In der kognitiven Leistungsfähigkeit schnitt das weibliche Geschlecht in den Untersuchungen laut Ladwig durchweg besser ab als das männliche.

Die Studie sei sehr erfolgreich, so Peters. Den Bürgern der Region Augsburg dankt die Professorin für ihre hohe Bereitschaft zur Teilnahme an der Studie: Sie leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Gesundheit im Alter.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Schlagworte

Senioren | Wissenschaft

Unsere Autoren von A bis Z
Sibylle Hübner-Schroll

Augsburger Allgemeine
Ressort: Kultur und Journal