Die iranischen Seestreitkräfte werden mit neuen Kurzstreckenraketen ausgerüstet. Die Schiffe der Hochseeflotte und der Revolutionsgarden im Persischen Golf bekämen seit Mittwoch "in großer Anzahl" Marschflugkörper vom Typ Ghader, teilte der iranische Verteidigungsminister Ahmed Wahidi mit. Die Raketen hätten eine Reichweite von 200 Kilometern und könnten Ziele an der Küste und auf dem Wasser treffen. Sie würden die Einsatzfähigkeit der Seestreitkräfte deutlich erhöhen, erklärte der Minister.
Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte die neuen Marschflugkörper bereits im August angekündigt. Die Raketen dienen demnach ausschließlich Verteidigungszwecken. Nach Angaben der iranischen Führung werden sie vollständig im Iran hergestellt.
Iranische Kriegsflotte in US-Gewässer
Am Dienstag hatte Marine-Chefkommandeur Habibollah Sajari angekündigt, der Iran wolle erstmals Schiffe in den Atlantik und damit in die Nähe von US-Hoheitsgewässern schicken. "Da die Amerikaner illegitim in unseren Gewässern (Persischer Golf) sind, wird auch unsere Flotte demnächst eine starke Präsenz in amerikanischen Hoheitsgewässern haben", sagte Sajari. Wann und über welche Route Teheran die Schiffe in den Atlantik entsenden will, sagte der Kommandeur nicht. Eine erste Ankündigung hatte es bereits im Juli gegeben. Beobachter sehen darin einen Versuch, den Iranern die Sorge über eventuelle militärische Angriffe gegen iranische Atomanlagen zu nehmen.
Auch die anti-amerikanische Rede von Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor der UN-Vollversammlung am Donnerstag in New York wird als Versuch gewertet, der islamischen Welt zu beweisen, dass das Land sich nicht von militärischem und politischem Druck der USA und des Westens einschüchtern lässt. Die iranische Hochseeflotte umfasst etwa ein halbes Dutzend kleiner Fregatten und Zerstörer. Die Marine des Landes verstärkt bereits seit dem vergangenen Jahr ihre Präsenz in internationalen Gewässern. dpa/afp