Augsburg In Teilen Afrikas und Asiens ist sie längst zu einem täglichen Überlebenskampf geworden: die Suche nach Trinkwasser. Hierzulande macht sich dagegen kaum jemand Gedanken um die lebenswichtige Ressource. Doch auch Europa muss sich dem Problem künftig stellen.
Heute ist Weltwassertag. Das Motto dabei lautet „Nahrungssicherheit und Wasser“. Die Vereinten Nationen veranstalten den Tag jedes Jahr, um die Menschen auf den weltweiten Wassermangel aufmerksam zu machen und zu einem sorgsameren Umgang zu bewegen. Denn nach Informationen der Unesco verbraucht jeder Deutsche im Schnitt 122 Liter Trinkwasser – pro Tag.
„Bis 2070 wird die Wasserknappheit auch in Mittel- und Südeuropa zu spüren sein“, heißt es im vierten Weltwasserbericht der Unesco. Hauptgrund sei das enorme Bevölkerungswachstum. Die Rechnung ist einfach: Mehr Menschen brauchen mehr Wasser. Nicht nur zum Trinken, sondern vor allem für die steigende Nahrungsmittelproduktion.
„Jeder von uns trinkt zwei bis vier Liter Wasser täglich. Aber es sind 2000 bis 5000 Liter nötig, um die tägliche Nahrung für einen Menschen zu produzieren.“ Mit diesen Sätzen beginnt die Welternährungsorganisation FAO ihr Sonderheft zum Weltwassertag.
Um all die Leute satt zu bekommen, müsse die Menschheit lernen, mit dem Wasser besser umzugehen. Dazu zähle, mehr Nahrung mit weniger Wasser zu produzieren und weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. „30 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel werden nie gegessen, und das dafür benötigte Wasser ist definitiv verloren“, bestätigt die Organisation UN-Water.
Die FAO rechnet damit, dass bis 2050 rund 70 Prozent mehr Lebensmittel produziert werden müssen als heute. Dazu trage insbesondere der höhere Fleischkonsum in den Entwicklungsländern bei, die sich den Industrieländern immer stärker annähern. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, ist wesentlich mehr Wasser nötig als für ein Kilogramm Gemüse. (mit dpa)