Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm auf dem Lechfeld (IGFL) ist höchst beunruhigt über Vorschläge ähnlicher Gruppierungen aus dem Norden von Augsburg. Der Vorsitzende einer der dortigen Gruppierungen, Manfred Hengster aus Affing, empfiehlt, ein Hubschrauberunternehmen vom Augsburg Mühlhausen auf das Lechfeld zu verlagern. Anlass ist eine Ausweitung der Hubschrauberflüge weit über Mühlhausen hinaus.
Manfred Hengster sagte unserer Zeitung, der Hubschrauberlärm sei extrem nervig. Er schlägt vor, den Hubschrauberstandort auf den Militärflughafen bei Lagerlechfeld umzusiedeln. Dort wäre viel mehr Platz, die Bevölkerung würde nicht tangiert und der Flughafen bei der anstehenden Bundeswehrreform gestärkt. Bei einem Treffen mit Augsburgs Oberbürgermeister Gribl war dieser Rat am Montagabend nur am Rande laut geworden (Seite 42).
IGFL-Vorsitzende Adelheid Hockenmaier aus Großaitingen ist aufgebracht: „Sind wir denn keine Menschen?“ Es sei schlimm genug, was die Königsbrunner und Klosterlechfelder an den Enden der Start- und Landebahn zu hören bekämen. Ihnen auch noch privaten Flugbetrieb aus Augsburg aufzubürden, sei nicht hinnehmbar.
Die Argumentation erinnert übrigens an frühere Pläne, den Regionalflughafen Augsburg auf dem Lechfeld zu vergrößern. Der Plan scheiterte und am Ende stand Augsburgs Airport schlechter da als zuvor.
Der Fluglärm war und ist natürlich auch Thema bei der angekündigten Bundeswehrreform. Dazu sagte Adelheid Hockenmaier gestern: „Freilich würden am Lechfeld Menschen jubeln, wenn das Geschwader nicht mehr wäre.“ Doch sie und andere wissen, dass es am Ende viel lauter werden könnte. Dann könnte erneut die Privatisierung des Fliegerhorstes Thema werden: mit mehr Fluglärm an mehr Tagen in der Woche.
Gleiches droht, wenn die Tornados vom Lechfeld durch anderes militärisches Fluggerät ersetzt würden. Zum Beispiel durch Fallschirmjäger mit ihren Maschinen und Hubschrauber-Staffeln. Die neuen Großraumtransporter der Bundeswehr wären hingegen eine leisere Alternative, deren Stationierung scheint jedoch längst anderenorts festzustehen.