Doch der sternenklare Himmel belohnte den Fleiß. Und zudem sorgte der strahlend helle Vollmond für eine Fernsicht besonderer Art. Er ließ auch die Häuser, Straßen und Kirchen der Stadt gut erkennen, als die Glocken anschlugen und darüber das schwarze Firmament in einem bunten Glitzerregen die Szene auf neuerliche Art verzauberte. Und dabei reichte das Auge auch weit über die Grenzen von Königsbrunn hinaus. Bobingen und Augsburg grüßten mit ihren Lichtern herüber und stimmten ein in das Pfeifen und Krachen Tausender Feuerwerkskörper.
Manche waren schon früh am Abend gekommen, hatten miterlebt, wie eine partielle Mondfinsternis kurz mit der Farbe des Erdtrabanten spielte. Eine Gruppe Jugendlicher hatte mit Schubkarren gleich Gartenstühle, Musikanlage und ein Lagerfeuer mitgebracht. Andere hatten zumindest Sekt dabei, als sei nach einem festlichen Abendessen erst kurz vor Mitternacht die Ulrichshöhe erklommen.
Gestaunt und gefreut haben sie sich dann alle. Nur ein paar Hunde konnten nicht verstehen, was ihre Herrchen und Frauchen so toll finden an donnerndem Krach und dem Geruch von verbranntem Schwarzpulver. Sie waren wohl die einzigen, die lieber zu Hause geblieben wären.
Die anderen hatten anscheinend die Sorgen des Alltags von 2009 vergessen und der Hoffnung auf 2010 den Vorzug gegeben vor warnenden Wirtschaftsprognosen. Fast eine halbe Stunde lang dauerte jedenfalls der Lichterluxus, mit dem die sprichwörtlich schwäbische Sparsamkeit verpulverte.
Als am Neujahrstag noch viele zu Hause ihr Gipfelglück entspannt an ihrer Kanapee-Nordwand Revue passieren liesen, ergab eine Inspektion, dass der Berg dem ersten großen Ansturm gut standgehalten hat. Ein paar Absperrungen hatten gelitten und aufräumen muss jemand. Man wird im Rathaus einige Schlussfolgerungen ziehen. Aber das ist dann der Alltag von 2010.
Bei uns im Internet
Bilder vom Jahreswechsel in Königsbrunn
schwabmuenchner-allgemeine.de/ bilder