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Museumstag: Ungarische Kämpfer im Rathaus

Museumstag

Ungarische Kämpfer im Rathaus

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    Laszlo Turi und seine Frau Imola Usszaszi präsentierten beim internationalen Museumstag nachgebaute Ausrüstung und Waffen der Ungarnkrieger. Im Hintergrund ein Teil einer Jurte der damaligen Reiterkrieger.
    Laszlo Turi und seine Frau Imola Usszaszi präsentierten beim internationalen Museumstag nachgebaute Ausrüstung und Waffen der Ungarnkrieger. Im Hintergrund ein Teil einer Jurte der damaligen Reiterkrieger. Foto: Marion Kehlenbach

    Königsbrunn Laura Leitschuh ist eine von rund 80 Teilnehmern, die am Sonntag den Themennachmittag zum internationalen Museumstag im Königsbrunner Rathaus besuchten. Laura ist acht Jahre alt und kennt schon fast alle Museen der Brunnenstadt. „Der Museumstag ist ein Appell, wieder einmal ins Museum zu gehen“, sagte Kulturbüroleiter Franz Moritz zur Eröffnung, „aber das Museum von dem heute die Rede sein soll, das gibt es noch gar nicht“.

    In Königsbrunn stellte man die Lechfeldschlacht von 955 in den Mittelpunkt, die einmal der Ausgangspunkt für das geplante Deutsch-Ungarische Begegnungszentrum sein wird. Beginnend mit der Lechfeldschlacht am 10. August 955 bis hin zum Mauerfall 1989, als DDR-Bürger die westdeutsche Botschaft in Budapest besetzten, soll in diesem zukünftigen Museum die Beziehung beider europäischer Staaten dargestellt werden. Einen Vorgeschmack boten am Sonntag „Magyaren-Krieger“ Laszlo Turi und seine Frau Imola Usszaszi, sie präsentierten beim internationalen Museumstag nachgebaute Ausrüstung und Waffen der Ungarnkrieger.

    Einer, der das Museumsprojekt maßgeblich vorantreibt, ist Augsburgs Tourismusdirektor Götz Beck. „Wir sind froh, dass wir das erste Diorama und die technische Umsetzung hier zeigen können – das kommt ungeheuer gut an“, sagte Beck am Rande der Veranstaltung.

    Wenn Erbauer Martin Sauter die nächsten beiden Dioramen Mitte kommenden Jahres fertig gestellt hat, gehe es um die Beschaffung der finanziellen Mittel, „damit die Museumsvision der Region umgesetzt werden kann“, erläuterte Beck die nächsten Schritte. Ähnlich äußerte sich Königsbrunns Bürgermeister Ludwig Fröhlich: „Geld braucht man halt, aber es läuft gut an.“

    Sauter erzählte den Besuchern von seiner Arbeit. Warum er einzelne Geschehnisse genau so dargestellt hat, wie man sie heute im Rathausfoyer bestaunen kann – und wie ihn so mancher Geistesblitz nachts aus dem Bett trieb.

    Gewaltig ist sein Diorama mit 7500 Zinnfiguren, aber gewaltig war auch das Heer von König Otto I.: „Als damals der erste Mann hier auf dem Lechfeld ankam, war der letzte noch an der Donau“, machte Sauter die Dimension deutlich.

    Über das Leben der Kaiserin weiß man sehr viel

    Zuvor hatte der Film „Kaiserin Adelheid – die mächtige Frau der Ottonen“ die Besucher auf die Zeit vor 1000 Jahren eingestimmt. Adelheid schmiedete Bündnisse, half ihren Mann König Otto I. – und sich selbst – auf den Kaiserthron und bewarte ihr Erbe für ihren Enkel Kaiser Otto III. Über das Leben der Kaiserin weiß man sehr viel, weil Adelheid persönlich einen Geschichtsschreiber beauftragt hatte.

    Über die Lechfeldschlacht wisse man hingegen nur sehr wenig, erklärte Historiker Dr. Wolfgang Walenta in seinem Vortrag. Die beiden Chronisten Widukind von Corvey und Gerhard von Augsburg, die über das epochale Ereignis schrieben, verfolgten mit ihrer Geschichtsschreibung eigene Ziele, so Walenta. Ersterer wollte König Otto I., der andere Bischof Ulrich heroisch in den Mittelpunkt stellen. „Objektivität gibt es in der Geschichtswissenschaft nicht“, machte Walenta deutlich, aber es sei wichtig zu erkennen, welches Potenzial hinter den Ereignissen stecke.

    Laura waren diese Ausführungen wahrscheinlich zu theoretisch. Sie bestaunte lieber die Ausrüstung und Waffen der „Magyaren-Krieger“, die Laszlo Turi im Foyer präsentierte. „Der Säbel ist ganz schön schwer“, stellte die Achtjährige mit kennerhaftem Blick fest.

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