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FCA und FCB: Eine Frage der Perspektive

FCA und FCB

Eine Frage der Perspektive

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    Wo ist oben? Wo unten? Wer bin ich? Fragen der Perspektive.
    Wo ist oben? Wo unten? Wer bin ich? Fragen der Perspektive. Foto: Fred Schöllhorn

    Vieles im Leben ist eine Frage der Perspektive. Wer einmal Bundespräsident war und dann das Amt abgeben muss, der wird das als Abstieg empfinden, obwohl sein Frührentner-Dasein doch bestens dotiert ist. Wer viele Jahre bei der städtischen Müllabfuhr geschuftet hat und im Ruhestand dank unglaublicher Schicksalsfügungen einen Ehrensold von 199.000 Euro pro Jahr erhalten sollte, der würde lauthals über seinen Aufstieg jubeln.

    So ähnlich verhält es sich auch im Fußball. Die großen Fragen lauten auch hier: Wo komme ich her? Wo will ich hin? Und wo stehe ich jetzt gerade? An den Antworten lässt sich der Grad von Glück und Zufriedenheit festmachen.

    Tabellenführer in der Liga der Abstiegsgefährdeten

    Der FC Augsburg steht in der Tabelle der Fußball-Bundesliga im Moment auf dem 15. Platz. Der flüchtige Betrachter ist versucht zu sagen: Das ist sehr weit unten. Wer aber ein Verständnis für die Materie besitzt, der wird das aus einer anderen Perspektive sehen und anerkennen: Das ist sehr weit oben. Denn der FCA ist nach dem 23. Spieltag immerhin der Tabellenführer in der Liga der unmittelbar abstiegsgefährdeten Mannschaften.

    Das ist deutlich mehr, als viele Beobachter den Augsburgern vor und während dieser ersten Bundesliga-Saison zugetraut haben. Die Skepsis war angebracht. Der Aufsteiger ist mit einer Mannschaft in seine erste Bundesliga-Saison gegangen, die qualitativ nicht höher eingeschätzt werden konnte als das Zweitliga-Team. Das haben die meisten in Augsburg nüchtern so anerkannt. Dieser durchaus schwäbisch geprägte Realismus könnte mit ein Grund für den „Höhenflug“ sein. Denn derjenige, dessen Ziel Platz 15 ist, wird nicht verzweifeln und aufgeben, solange er noch die Chance sieht, dass sein Traum Realität werden kann.

    Platz 15 – für die einen ein Traum, für die anderen ein Albtraum

    Für den FC Bayern wäre Platz 15 ein Albtraum. Die Münchner haben schon in den vergangenen Tagen ziemlich unruhig geschlafen. Dabei waren sie doch „nur“ auf Rang drei abgesackt gewesen. Aber auch das ist exakt zwei Plätze zu tief in der Tabelle für ihre Ansprüche. Eine weitere Saison ohne deutschen Meistertitel, das geht nicht, das lässt sich mit dem Selbstverständnis des ewigen Spitzenklubs nicht in Einklang bringen.

    Die Bayern kommen von ganz oben, sie wollen immer ganz oben stehen. Jetzt stehen sie wenigstens wieder auf Rang zwei. Immerhin.

    Elf Spiele stehen noch aus. Wenn die Bayern alle gewinnen würden, dann wären sie mit einiger Wahrscheinlichkeit deutscher Meister. Was sie bestimmt mit routiniertem Jubel zu registrieren wüssten.

    Wenn der FCA noch 14 oder 15 Punkte holen könnte, stünde er zwar weiter ziemlich weit unten. Aber bliebe vielleicht Spitzenreiter in „seiner“ Liga – und würde wie ein Meister gefeiert. Weil alles eine Frage der Perspektive ist.

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