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Frauenfußball-WM: Steffi Jones: Kribbeln vor dem Anpfiff

Frauenfußball-WM

Steffi Jones: Kribbeln vor dem Anpfiff

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    Steffi Jones freut sich auf die Frauenfußall-WM in Deutschland.
    Steffi Jones freut sich auf die Frauenfußall-WM in Deutschland. Foto: Marcus Merk

    Die Vorfreude ist schon lange da, und langsam beginnt bei Steffi Jones auch das Kribbeln vor dem sportlichen Großereignis, auf das sie seit dreieinhalb Jahren hinarbeitet. Drei Wochen vor dem Beginn der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland tourt die Chefin des Organisationskomitees ein letztes Mal durch die Gastgeber-Städte, um noch einmal auf die WM aufmerksam zu machen. Gestern war Steffi Jones in der Zentralredaktion unserer Zeitung in Augsburg zu Gast, am Abend nahm sie an einer Gesprächsrunde mit mexikanischen Fußballerinnen teil und heute Morgen wird sie am Augsburger Hauptbahnhof den Original-WM-Pokal in Empfang nehmen und um 10 Uhr einen Fußball-Aktionstag am Rathausplatz eröffnen.

    Die Spielfreude-Tour, so das Motto der Veranstaltung, „soll noch einmal alle darauf hinweisen, dass eine Weltmeisterschaft im eigenen Land stattfindet. Eine einmalige Chance.“ Jones macht Werbung, betont aber zugleich, dass man bei der Organisation im Soll liegt. Bei den Ticketverkäufen ebenso wie bei der Vorbereitung. Rund 625 000 verkaufte Karten – darunter 60 000 für die vier Spiele in Augsburg – stimmen Steffi Jones zuversichtlich, dass die Stimmung in den Stadien einer WM würdig wird. „In den letzten Tagen sind 7000 Karten weggegangen. Die Spiele mit der deutschen Mannschaft sind ausverkauft. Aber wir haben auch viele andere attraktive Partien. Wir versuchen immer klarzumachen, dass jede Mannschaft einen Besuch wert ist.“

    Finanziell auf einem guten Weg

    Kartenwünsche aus dem Ausland seien zwar da, werden mit etwa zehn Prozent aber nicht extrem ins Gewicht schlagen. Trotzdem sieht sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der das finanzielle Risiko trägt, auf einem guten Weg. Das Budget von 51 Millionen Euro wird über sechs nationale Sponsoren und über die verkauften Karten abgedeckt. Die Zahlen lassen hoffen. „Es sieht so aus, dass sich die WM refinanziert.“

    Da macht es sie auch nicht nervös, wenn knapp einen Monat vor dem Anpfiff noch keine großflächige Begeisterung ausgebrochen ist. „Das richtige WM-Feeling wird erst ganz kurz vorher kommen. Wir wussten, dass erst die Bundesliga zu Ende gehen muss, das Champions-League-Finale ist nun auch durch. Jetzt steht dem Frauenfußball nichts mehr im Wege. Die Nationalmannschaft rückt in den Mittelpunkt.“

    Hohe Erwartungen werden an den amtierenden Weltmeister gestellt. Mit einem Sieg wären die deutschen Frauen zum dritten Mal in Folge Titelträger. Als hartnäckigste Konkurrenten sieht Jones neben den USA und Brasilien auch Kanada, wo 2015 die nächste WM stattfinden wird. Der Druck wird zudem erhöht durch ein bisher nie da gewesenes Medieninteresse am deutschen Team. „Alle wünschen sich, dass Deutschland Weltmeister wird“, sagt Jones. Über 2000 Journalisten sind akkreditiert, erstmals werden in Deutschland alle Spiele einer Frauen-WM live im Fernsehen übertragen. Genau diese Außenwahrnehmung wünscht sich die OK-Chefin für den Frauenfußball, was sie beim Podiumsgespräch der Petra-Kelly-Stiftung noch einmal betont. Ihr Bestreben ist es, dass Profispielerinnen während ihrer aktiven Zeit vom Fußballspielen leben können und jedes Mädchen in seinem näheren Umkreis eine ordentliche Vereinsmannschaft findet. Eine Entwicklung, von der WM-Teilnehmer Mexiko etwa noch weit entfernt ist, wie die ehemalige Nationalspielerin Ana Montenegro im Gespräch betont. In ihrem Land fehlt den Frauen noch jegliche Unterstützung vom Verband. Mädchen müssen die Erlaubnis der Eltern einholen, um Fußball spielen zu dürfen. Punkte, die Steffi Jones gern ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt. „Wir sollten wertschätzen, was wir in unserem Land bereits alles für den Frauenfußball erreicht haben.“ Die Weltmeisterschaft in Deutschland ist ein Beispiel dafür.

    Die WM-Spiele in Augsburg: Norwegen – Äquatorialguinea (Mi., 29. Juni, 15 Uhr), Nordkorea – Schweden (Sa., 2. Juli, 14 Uhr), England – Japan (Di., 5. Juli, 18.15 Uhr), Viertelfinale (So., 10. Juli, 13 Uhr)

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