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Jos Luhukay: Den richtigen Riecher bewiesen

Jos Luhukay

Den richtigen Riecher bewiesen

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    Jos Luhukay, Trainer des FC Augsburg.
    Jos Luhukay, Trainer des FC Augsburg. Foto: Fred Schöllhorn

    Glückwünsche wollte Jos Luhukay (48) gleich gar nicht entgegennehmen. „Ich möchte jetzt nicht sagen, ich habe alles richtig gemacht. Das ist unsere Arbeit vor jedem Samstag. Das eine Mal liegt man richtig, das andere Mal ist man nicht glücklich mit seinen Entscheidungen“, wiegelte der Trainer des FC Augsburg ab. Dabei hätte er allen Grund gehabt, sich selbst einmal ins rechte Licht zu rücken. Es waren hauptsächlich seine personellen Wechsel, die für den 3:0 (0:0)-Heimsieg gegen Hertha BSC verantwortlich waren.

    Erstmals in dieser Saison setzte er Stürmer Sascha Mölders (26) auf die Bank und beorderte Torsten Oehrl (26) als alleinige Sturmspitze in die vorderste Offensivabteilung. Dabei hatten viele Beobachter schon den Eindruck, dass Mölders fest einbetoniert sei in die taktischen Planspiele des Trainers. Doch Luhukay überraschte wieder einmal und zeigte den richtigen Riecher. Oehrl sorgte mit zwei Toren innerhalb von zwei Zeigerumdrehungen (61. und 63. Minute) für die Entscheidung.

    Warum er Mölders eine Schaffenspause verordnete, darüber wollte Luhukay nach der Partie nicht detailliert Auskunft geben. Man kann es erahnen, doch Luhukay mag es nicht, einzelne Personalien öffentlich zu diskutieren. Nach außen hin zählt für ihn nur das Kollektiv. Er sagt: „Man schaut, wie der Gegner aufgestellt ist, schaut selbst, was man an Qualität hat und nimmt auch das letzte Spiel noch mit.“

    Ein Rädchen muss beim FCA ins andere greifen

    Es gibt kritische Stimmen, die sagen, der FCA richte sich zu sehr nach dem Gegner. Doch um seine eigene Spielphilosophie dem Gegner immer aufzudrücken, fehlt dem Aufsteiger das individuelle Potenzial. Der FCA funktioniert nur, wenn ein Rädchen ins andere greift. So wie gegen Hertha.

    Das haben auch die Spieler verinnerlicht. „Es ist egal, wo ich spiele, entscheidend ist, dass du die Eins-gegen-eins-Duelle gewinnst und dann vor dem Tor die Chancen reinmachst“, diktierte Matchwinner Oehrl in der Mixed-Zone den Journalisten in die Blöcke.

    Auch Luhukays zweiter Schachzug, diesmal im Defensivbereich, ging auf. Erstmals nach der Winterpause durfte Gibril Sankoh wieder ran. Der Innenverteidiger aus Sierra Leone, der oft zwischen Genie und Wahnsinn schwankt, war auf den Punkt topfit und verurteilte seinen Gegenspieler Pierre-Michel Lasogga zur Bedeutungslosigkeit. Dabei schien Sankoh auf dem Abstellgleis geparkt zu sein. Doch Luhukay lässt rotieren, wenn er meint, er hat damit Erfolg.

    Für die nötige Motivation brauchte er diesmal nicht viel zu tun. Das erledigte der Gegner. Denn der FCA schien nur Kulisse für die Amtseinführung von „König“ Otto Rehhagel (73) bei der Hertha zu sein. Das wurmte die Augsburger. „Für uns war das eine große Motivation“, sagte Jan-Ingwer Callsen-Bracker, „wir wollten den Effekt, den ein Trainerwechsel hat, wegnehmen.“ Das ist gelungen. Und wie. Mitleid hatte Torsten Oehrl keines: „Otto Rehhagel hat schon so viele Erfolge gefeiert. Da wird er es verkraften, dass er in Augsburg verloren hat.“

    Im Abstiegskampf sind Wunderheilungen eher selten. Beim FCA vertraut man auf harte Arbeit. Darum hebt man jetzt auch nicht ab, auch wenn man erstmals seit Oktober wieder auf einem Nichtabstiegsplatz steht. Trainer Luhukay sagt: „Es ist eine positive Momentaufnahme, nicht mehr, nicht weniger. Wir dürfen es jetzt ein wenig genießen, aber ab Dienstag brauchen wir wieder die maximale Konzentration, um uns auf Hannover einzustellen.“ Und um wieder die richtigen Personalentscheidungen zu treffen.

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