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Ratlos in Hamburg: Gegen FC Bayern: HSV-Trainer Veh ist frustriert

Ratlos in Hamburg

Gegen FC Bayern: HSV-Trainer Veh ist frustriert

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    Trainer Armin Veh steht dem Hamburger SV ab dem Sommer nicht mehr zur Verfügung. dpa
    Trainer Armin Veh steht dem Hamburger SV ab dem Sommer nicht mehr zur Verfügung. dpa

    Augsburg Als Armin Veh im Mai des vergangenen Jahres als neuer Trainer beim Hamburger SV präsentiert wurde, da blies ihm an der Waterkant aus dem Umfeld des Traditionsvereins eine steife Brise entgegen.

    Vor allen Dingen Uwe Seeler, das Hamburger Fußballidol, kritisierte die Verpflichtung des Augsburgers, der damit schon einen schweren Stand hatte, noch ehe er die Arbeit an der Elbe aufgenommen hatte. Doch schon in der Vorbereitung drehte sich damals der Wind. Als Konzept- und Charaktertrainer wurde der Fußball-Lehrer, der 2007 mit dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft feiern konnte, bezeichnet.

    Doch so glücklich wurde der mittlerweile 50-Jährige an der Elbe nie, die Lust ist längst dem Frust gewichen. Sportlich ist die Bilanz eher durchwachsen, in der Führungsetage des einstigen Renommierklubs herrscht schon seit Monaten das Chaos.

    Für Veh neben dem enormen Verletzungspech im Herbst ein Grund, weshalb man auch auf dem Platz weit hinter den Erwartungen zurückblieb. „Wie soll man da vernünftig arbeiten“, fragt er immer wieder. So war es nur konsequent, dass er während der Woche ankündigte, seinen bis zum 30. Juni 2012 datierten Vertrag am Saisonende zu beenden. Und das ausgerechnet vor dem „Endspiel“ am heutigen Samstag (15.30 Uhr) in Vehs bayerischer Heimat, beim ebenfalls krisengeschüttelten FC Bayern München.

    „Natürlich ist das in unserer Situation eine schwere Aufgabe“, sagt Veh vor dem Nord-Süd-Gipfel. Optimismus klingt anders, bei dem in Bonstetten (Landkreis Augsburg) Wohnenden  macht sich in diesen Tagen beinahe schon Galgenhumor breit. Doch im Volkspark scheint sich in diesen Tagen für Fußball sowieso kaum einer zu interessieren. „Ich weiß nicht, was passieren muss, dass es wieder vernünftig läuft.“ Armin Veh ist ratlos.

    Insbesondere die Abwahl von Bernd Hoffmann als Chef des Vorstandes und dessen Stellvertreterin Katja Kraus kann der Trainer nicht verstehen: „Wenn sie im Verein zum Entschluss kommen, dass es ohne Bernd Hoffmann und Frau Kraus weitergehen soll, dann ist das ja in Ordnung. Nur, dann muss der Neue auch da sein.“ Jetzt herrscht beim Nobelklub ein Machtvakuum. Keiner weiß, wer etwas zu sagen hat, wer Entscheidungen fällen darf.

    Der HSV habe sich in den Monaten seiner Amtszeit verändert, stellte Veh ziemlich verbittert fest, aus seiner Meinung über den Zustand des HSV macht er keinen Hehl.

    Ursprünglich wollte er ein Gespräch mit dem künftigen Sportchef Arnesen abwarten, der noch bis 30. Juni für den FC Chelsea arbeitet, doch „aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Wochen sehe ich dafür keine Notwendigkeit“ und fügt an: „Der Verein ist im Grunde derzeit nicht zu trainieren.“

    Dabei fühlt er sich privat in der Hansestadt, wie er immer wieder betont, sehr, sehr wohl. Den HSV bezeichnete er  als „geilen Klub“, der in der Stadt eine große Nummer ist, hinter der auch die Leute stehen. Trotz allen Ärgers, den HSV möchte er nicht im Regen stehen lassen: „Wenn sie es wünschen, werde ich auch bei der Zusammenstellung des neuen Kaders helfen.“ Ob das allerdings der Fall sein wird? Dafür ist wohl in den vergangenen Tagen zu viel Porzellan zerschlagen worden.

    Vom Aufstieg

    des FCA überzeugt

    Lockerer wird der sichtlich angespannte Veh erst, wenn das Gespräch auf den FC Augsburg kommt. Den Höhenflug seines Heimatvereins verfolgt er mit großem Interesse. „Die packen das“, ist er vom Aufstieg der Truppe von Trainer Jos Luhukay überzeugt.

    Zurück zum HSV. Sein Team nimmt vor dem Gastspiel in München Rang sieben ein, zum angestrebten Europa-League-Startplatz sind es fünf  Punkte Rückstand.  Doch ausgrechnet jetzt fehlt wieder ein wichtiger Baustein in der Mannschaft. Ohne Innenverteidiger Joris Mathijsen tritt der HSV bei den Bayern an. Der Niederländer muss die Folgen eines doppelten Bänderrisses auskurieren.

    Vor Monaten hatte Armin Veh angekündigt, dass der HSV seine letzte Trainerstelle in Deutschland sein werde. Doch darüber wird der Schwabe wohl nochmal nachdenken. Das Trainerkarussell dreht sich rasant dieser Tage. Vielleicht springt Veh noch auf.

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