Wertingen Welche Filialen der insolventen Drogeriemarkt-Kette Schlecker werden geschlossen? Das ist nun seit Ende Februar, als die Schlecker-Pleite bekannt wurde, für die Mitarbeiter ein Nervenstress.
Seit dem gestrigen Morgen wird im Internet eine Liste veröffentlicht, die angibt, dass im Augsburger Raum 35 Filialen auf der Streichliste stehen, darunter auch der Schleckerladen am Wertinger Marktplatz.
Drei Mitarbeiterinnen betreiben derzeit diese Wertinger Schlecker-Filiale. Zum Teil wurden sie aus bereits geschlossenen Filialen übernommen, zum Beispiel aus der Buttenwiesener Filiale. Die Frauen wussten gestern keine Antwort zum Stand der Insolvenz und keinen Kommentar zur Streichliste. Eine der Mitarbeiterinnen, die namentlich nicht genannt werden wollte, meinte nur: „Sie treffen uns mit dieser Nachricht voll mit dem Gummihammer!“
Die Schlecker-Mitarbeiterinnen betonten, sie seien über die aktuellen Entwicklungen bei der Drogeriemarktkette nicht informiert. Sie kennen lediglich eine bundesweite Streichliste, die aber das Bundesland Bayern nicht enthält.
In Bayern sollen über 280 Filialen geschlossen werden. Der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz aus Neu-Ulm, der die Geschäfte der insolventen Drogeriemarktkette führt, hatte angekündigt, dass insgesamt sogar rund 2400 Filialen geschlossen werden und an die 12000 Schleckermitarbeiter ihre Arbeit verlieren könnten. Die bange Frage im Zusamtal ist: Gehört auch die Wertinger Filiale dazu?
Es gibt darauf noch keine Antwort, wie Patrick Hacker von der Schlecker-Pressestelle gestern betonte. Hacker sprach von „vorläufigen Listen“, die man gemäß Betriebsverfassungsgesetz bereits in der vergangenen Woche an die Betriebsräte und an die Gewerkschaft Verdi gesandt habe. Es ginge nun um ein Feedback, also auch die Gelegenheit für Betriebsräte und Gewerkschaft zu Vorschlägen. „Es sind keineswegs unsere finalen Listen. Es handelt sich noch nicht um eine Endentscheidung“, warnte Hacker vor übereilter Interpretation.
Laut Hacker werde man aber „in kurzer Zeit“ an die Öffentlichkeit gehen. Es könnten allerdings im Einzelfall immer noch Dinge revidiert werden. Schließlich liefen immer noch Gespräche.
Auch Thomas Gürlebeck von der Gewerkschaft Verdi in Augsburg betonte gestern, dass die vorliegenden Listen noch nicht endgültig seien: „Welche Filialen geschlossen werden, das wird wohl erst Ende der Woche entschieden.“
Verdi-Termin Die Gewerkschaft lädt alle Schlecker-Betriebsangehörigen am morgigen Donnerstag, 15. März, um 18 Uhr zu einer Betriebsversammlung ein. Ort ist das Verdi-Gewerkschaftshaus am Katzenstadel 34 in Augsburg (beim Eistadion).
Bei uns im Internet
Die Online-Redaktion der Augsburger Allgemeinen berichtet über die Streichlisten, die unter anderem auch Filialen in Biberbach, Neuburg, Nördlingen und Wallerstein enthält, unter
wertinger-zeitung.de