Dillingen/Wertingen Kürzlich sorgte die Meldung, dass die Altersarmut in Deutschland zukünftig zunehmen wird, für Schlagzeilen. Deshalb ist es für viele junge Erwachsene, die nun ihre Ausbildung beginnen werden, umso wichtiger, an ihre Absicherung und die Altersvorsorge zu denken. Dabei lautet die Devise: „Vorsorgen und sich Optionen offen halten“, sagt Karl Aumiller, Sprecher des Bezirksverbandes Augsburg im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Die spätere Rente ist zwar für einen 16- bis 25 Jährigen noch sehr weit hin, es lohnt sich aber trotzdem, etwas aufzubauen, da man sich ohne großen Aufwand bereits jetzt günstige Konditionen sichern kann.“ Drei Tipps nur sollten junge Erwachsene beherzigen:
Zunächst sei eine Berufsunfähigkeitsversicherung am wichtigsten, da die gesetzliche Sozialversicherung in den ersten Jahren nur dann eine sehr kleine Erwerbsminderungsrente zahlt, wenn das Ende des Erwerbslebens durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit erzwungen wurde. Bei Kombination der Berufsunfähigkeits- mit einer Lebensversicherung, die vielleicht erst später hinzukommt, sollte im Falle einer Berufsunfähigkeit die Beitragspflicht zur Lebensversicherung erlöschen. Daneben empfiehlt Aumiller, unbedingt die Grundzulage von 154 Euro pro Jahr mitnehmen, die es vom Staat für die Riester-Vorsorge gibt. Mit dem neuen „Berufseinsteiger-Bonus“ stockt der Staat zudem jetzt für alle Riester-Sparer unter 25 Jahren das private Rentenkonto kräftig auf. Beispielrechnungen zeigten, dass sich mit einem Eigenaufwand von nur zehn Euro monatlich eine spätere Rente um die hundert Euro aufbauen lasse. Voraussetzung ist jedoch, dass jährlich vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich der staatlichen Zulagen in den Riestervertrag eingezahlt werden, um die volle Förderung zu bekommen.
Den dritten Tipp sollten Azubis beherzigen: Frühzeitig nach Möglichkeiten für eine Betriebsrente erkundigen, die aus Brutto-Gehaltsanteilen gespeist wird. Auch hier winke ein doppelter Vorteil: Die Beiträge dazu werden nämlich aus den Brutto-Gehaltsanteilen gespeist und bauen nicht nur schon eine Altersvorsorge auf, sondern könnten zudem die Steuerbelastung mindern.
Private Haftpflicht klären
Doch nicht nur die Altersvorsorge kommt jetzt auf die Azubis und die Studenten zu. Auch die private Haftpflichtversicherung, die für Schäden einspringt, die man ungewollt anderen zugefügt hat, sollte geklärt werden. „Meistens gelten die wichtigsten elterlichen Versicherungsverträge aber zunächst für junge Erwachsene weiter“, beruhigt Aumiller. Im Zweifel solle man hier einfach den betreuenden Versiche-rungskaufmann fragen. (wz)