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Wertinger Kreiskrankenhaus: Krankenpflegeschule erwartet den Wandel

Wertinger Kreiskrankenhaus

Krankenpflegeschule erwartet den Wandel

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    Uli-Gerd Prillinger
    Uli-Gerd Prillinger

    Von Erich Wandschneider

    Wertingen Derzeit werden 54 junge Frauen und Männer in drei Klassen an der Wertinger Krankenpflegeschule – sie gehört zum Kreiskrankenhaus – ausgebildet. Zum Schulstoff gehören auch Gynäkologie und Geburtshilfe. Konkrete Frage: Wenn im Sommer die Geburtshilfestation am Krankenhaus schließt, was wird dann aus der Schule angesichts der Tatsache, dass der praktische Unterricht im gynäkologischen Bereich in Wertingen nicht mehr möglich ist?

    Eine konkrete Antwort gibt Uli-Gerd-Prillinger, der Geschäftsführer der Kreiskliniken gGmbH: „Der Wegfall der Geburtshilfestation hat keine Auswirkungen auf den Verbleib der Schule. Der fachpraktische Unterricht wird dann im Dillinger Krankenhaus absolviert oder auch an einer anderen Klinik, vielleicht zum Beispiel im Josefinum in Augsburg.“ Auch bisher hatten die Schüler zum Beispiel Unterricht in Psychiatrie – dafür gibt es am Wertinger Krankenhaus keine Station – und erlernten die Praxis in Günzburg.

    Neue Zukunftsforderungen für die Krankenpflegeschulen

    Dennoch, die Krankenpflegeschulen – auch die in Wertingen – sehen sich ganz neuen Zukunftsanforderungen ausgesetzt. Prillinger listet drei Problemfelder auf, die allen Krankenhausmanagern derzeit Sorgen machen - vor allem weil die gesetzlichen Vorgaben derzeit noch nicht abzusehen sind:

    l Seit Jahren wird eine Neuordnung der Finanzierung angestrebt. Es soll ein bundesweiter Ausbildungsfond geschaffen werden. Aber noch weiß niemand, wie hoch dann der Zuschuss pro Schüler ausfallen wird. Aber schon jetzt signalisierte zum Beispiel Landrat Leo Schrell, dass man sich auf alle Fälle das Schulwesen in der Krankenpflege vor Ort leisten müsse, auch um einen Pflegenotstand abzuhelfen.

    l Es gibt noch mehr Unruhe in der Schullandschaft: Derzeit laufen schon Modellversuche, um die Ausbildung in Altenpflege und die in Krankenpflege zusammenzulegen. Auch Wertingen war schon im Gespräch und Prillinger stand schon in Kontakt mit der Wertinger Altenpflegeschule. Aber nicht zuletzt bergen diese Überlegungen eine Tücke bei der Finanzierung. Prillinger erklärt: „Die Altenpflegeschulen werden von ihren Trägern – zum Beispiel BRK oder auch Caritas – über Pflege- und Heimtarife finanziert. Unsere Krankenpflegeschulen jedoch werden vom Krankenhaus und von öffentlichen Lehrmittelzuschüssen getragen.“

    l Auch gesamteuropäische Entwicklungen betreffen in Zukunft wohl die Wertinger Schule. Die Krankenpflegeausbildung ist bislang in den europäischen Ländern verschieden geregelt und soll vereinheitlicht werden. Der Weg wird hin zur „Akademisierung“ der Pflege führen. Aber diese einheitliche europäische Ausbildung könnte dann nur noch antreten, wer zwölf Schuljahre vorzuweisen hat, also Abitur oder auch Fachabitur. Die Ausbildung wäre ein Studium, wie das heute schon in der Schweiz oder den USA geregelt ist. Prillinger sieht Probleme vorprogrammiert: „Heute nehmen wir zumeist Realschüler in unsere Krankenpflegeschulen auf und nur vereinzelt Abiturienten. wo also all die vielen Schüler hernehmen, wenn ein Realschulabschluss nicht mehr ausreicht?

    Studierte wollen in die Leitungspositionen

    Und noch ein Ärgernis sieht Prillinger durch die Akademisierung auf die Krankenhäuser zukommen: „Studierte Krankenpflegekräfte drängen natürlich in die Leitungspositionen. Sie wollen bezahlt werden wie Ingenieure oder Manager. Aber wer macht dann die tägliche Arbeit am Krankenbett? Prillinger: „Krankenpflegehelferinnen mit einjähriger Ausbildung würden dann viel mehr eingesetzt, angeleitet von akademisch Ausgebildeten.“ Insgesamt sieht der Geschäftsführer durch eine derartige gesamteuropäische Entwicklung die Pflegesituation keineswegs verbessert: „Da werden wenige Vieles wissen, aber Viele nur wenig.“ Wohlgemerkt: All diese Probleme liegen noch in der Zukunft und haben keine aktuellen Auswirkungen auf die Wertinger Krankenpflegeschule.

    Aber schon jetzt tüftelt Prillinger an einem Konzept für die Zukunftsfähigkeit der beiden Krankenpflegeschulen: „Wir arbeiten daran. Aber vieles an diesen von außen kommenden Entwicklungen ist noch unsicher und nicht abzusehen.“

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