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Maut: Um Wertingen herum ist’s viel billiger

Maut

Um Wertingen herum ist’s viel billiger

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    Lastwagen auf der Staatsstraße 2033 bei Wertingen. Viele Brummis wollen nicht in die Region, sondern umgehen nur die Mautgebühren auf den Autobahnen A8 und A7.
    Lastwagen auf der Staatsstraße 2033 bei Wertingen. Viele Brummis wollen nicht in die Region, sondern umgehen nur die Mautgebühren auf den Autobahnen A8 und A7. Foto: Wandschneider

    Region Wertingen Für den Fernverkehr liegt die Stadt Wertingen an einer beliebten Transitstrecke zwischen dem Raum Augsburg und der Region Heidenheim. Das Zusam-städtchen – jahrhundertelang abgelegen von den wichtigen Straßen – wurde vor allem durch die Einführung der Maut für Lastwagen aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Seitdem donnern täglich Lastwagen-Kolonnen über die Südumfahrung.

    Weg um Wertingen ist kürzer und ohne Maut

    Warum ist der Weg für die Speditionen so verlockend? Stefan Eisenhofer von der gleichnamigen Spedition in Geratshofen erstellte für die WZ ein realistisches Szenario für einen Lkw der Schadstoffklasse „Euro V“: „Die 114 Autobahnkilometer zwischen Augsburg (A8), Ulm-Elchingen und Heidenheim (A7) kosten 17,67 Euro Maut. Dagegen ist die Ausweichstrecke in allen Belangen günstiger: Die Strecke von Augsburg über die B2 bei Biberbach und über die Staatsstraße 2033 an Wertingen vorbei und über Dillingen nach Heidenheim ist nur 89 Kilometer lang. Sie kostet bisher keinen Cent an Maut!“

    Die Zahlen sprechen für sich! Neu ist nun aber, dass auch autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen ab August mautpflichtig werden sollen: In der Wertinger Region ist von dieser Neuregelung die B2 im Lechtal betroffen. Wird das am Verhalten der Mautflüchtlinge etwas ändern?

    Stefan Eisenhofer verweist darauf, dass das knapp 20 Kilometer lange B2-Stück zwischen Augsburg und der 2033-Abfahrt bei Biberbach wohl gerade mal Mautkosten von 3,10 Euro verursachen wird. „Das wäre kein Grund, diese beliebte Abkürzung über Wertingen nach Heidenheim zu meiden!“

    Zunahme des Wertinger Verkehrs wegen der B2-Maut

    Robert Killisperger von der Wertinger Spedition Sebastian Killisperger schätzt, dass eine Mautpflicht auf der B2 zwischen Donauwörth und Augsburg sogar eine Zunahme des Verkehrs in Wertingen zur Folge hat. „Diese 40 B2-Kilometer dürften an die sieben Euro Maut kosten. Heute gibt es Lastwagenfahrer, die über Donauwörth, Nördlingen, Dinkelsbühl nach Norden zur A7 unterwegs sind. Diese könnten sich die halbe Maut auf der B2 sparen, wenn sie schon bei Biberbach auf die Staatsstraße 2033 fahren!“ Für Killisperger ist eines generell klar: „Viele Lastwagen werden von den mautpflichtigen Bundesstraßen ausweichen. Der Verkehr um Wertingen herum wird auf keinen Fall weniger, sondern mehr“.

    Maut verteuert die Waren

    Stefan Eisenhofer, der 40 Lastwagen auf der Strecke hat, gab an, jeder Spediteur versuche selbstverständlich, mautfreie Strecken auszusuchen: „Ein Lastwagen verursacht im Monat 800 bis 900 Euro an Maut. Ohne die Schleichwege wären es wohl über 1000 Euro!“ Robert Killisperger sieht die Maut als Problem der gesamten Gesellschaft: „Die Maut wird 1:1 an die Kunden weitergereicht. Für die Spediteure kommt das Geld zu 98 Prozent wieder rein. Aber die Produkte, welche der kleine Mann kauft, werden durch die Maut natürlich teurer.“

    Auch Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier hat sich Gedanken gemacht. Die Mautflucht ist für ihn aber nicht die alleinige Quelle der Verkehrszunahme im Wertinger Raum: „Die Mautflucht kann ich weder bestätigen noch dementieren, weil es dazu keine Untersuchungen gibt.“

    Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Wertinger Region mittlerweile nicht nur ein Transitraum sei, sondern auch ein Ziel des Lkw-Verkehrs: „Hier überall gibt es große Betriebe wie VEGA in Geratshofen oder Buttinette und Holz Denzel in Wertingen.“

    Auch entlang der mutmaßlichen Mautflucht-Pisten gibt es viel Gewerbe und Industrie. „Die Firmen betreiben heute kaum mehr Lagerhaltung, sondern der Nachschub kommt per garantiertem 24-Stunden-Lieferservice auf der Straße herangefahren. All die Firmen und ihre Lieferungen sind ein wichtiger Grund dafür, dass man auf unseren Straßen so viele Lastwagen sieht.“

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