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Autohersteller aus Ingolstadt: Bilanz bei Audi: Gebändigtes Glück

Autohersteller aus Ingolstadt

Bilanz bei Audi: Gebändigtes Glück

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    Audi-Chef Rupert Stadler.
    Audi-Chef Rupert Stadler.

    Momente des Triumphs gehören zu den größten Bewährungsproben. Jetzt ist die Versuchung am größten, sein Glück in die Welt hinauszuschreien und allen zu erzählen, wie gut es einem geht. Doch nur weniges verträgt der Mensch (vor allem in seiner Rolle als Konkurrent) so schlecht, wie mit dem Überschwang eines Rivalen konfrontiert zu werden.

    In unserem Fall hätte Audi-Chef Rupert Stadler das gute Recht, die Vorlage der Bilanz am Dienstag in Ingolstadt zu nutzen, um verbal einmal ausgiebig auf das Euphorie-Gas zu drücken. Der Manager betätigt das Pedal der Zuversicht während der Pressekonferenz jedoch nur dosiert, ja er sagt sogar mahnend (ohne dass ihn ein Journalist danach gefragt hätte): „Wir werden nicht übermütig, aber realistisch optimistisch dürfen wir schon sein.“

    Die Zahlen der Bilanz würden Jubel durchaus rechtfertigen, zumal die Branche unter den Folgen der Finanzmarktkrise in hohem Maße zu leiden hatte. Lediglich ein kleiner Auszug aus der momentan sonnigen Welt der Audianer, wie sich die glücklichen Menschen an den Standorten Ingolstadt und dem baden-württembergischen Neckarsulm nennen: Der Konzern konnte das Geschäftsjahr 2010 mit einem Rekordergebnis abschließen. Hier schnellte die operative Kennziffer um 108,2 Prozent auf 3,34 Milliarden Euro empor. Nach Steuern ging es um 95,2 Prozent auf einen Gewinn von 2,63 Milliarden Euro nach oben, was nicht nur Volkswagen-Aufsichtsrats-Chef Ferdinand Piëch ein Lächeln auf das Gesicht zaubern mag.

    Audi gehört nahezu vollständig zum VW-Konzern. Die Volkswagen-Aktie zeigte sich am Dienstag nach Bekanntgabe der Audi-Zahlen auf schon hohem positiven Niveau noch heiterer, sicher auch ein Resultat von Stadler-Sätzen wie diesem: „2011 wollen wir einen neuen Auslieferungsrekord von 1,2 Millionen Automobilen aufstellen.“ Im vergangenen Jahr konnte Audi mit rund 1,09 Millionen Fahrzeugen den Wert des bisherigen Rekordjahres 2008 übertreffen. Stadler wäre kein Oberbayer und damit Angehöriger eines nicht gerade schüchternen Volksstammes, wenn er sich nicht doch – zumindest zwischendurch – den ein oder anderen Superlativ gestatten würde: „Die Marke Audi ist heute so stark wie nie.“ Eine weitere Kostprobe: „Unsere Werke brummen, und so erwarten wir auch 2011 wieder ein arbeitsreiches Jahr.“ Daher rücken die Beschäftigten noch stärker in den Vordergrund. Der Audi-Chef spricht im Vergleich zu anderen Unternehmenslenkern bei der Bilanzvorlage ausführlich über die Belange der Mitarbeiter. In diesem Jahr will der 47-Jährige mehr als 2000 Menschen zusätzlich in die Audi-Familie holen, die Ende 2010 auf über 60.000 angewachsen war. Unter die Neueinstellungen fallen knapp 700 Jugendliche, die ihre Ausbildung bei dem Autobauer beginnen werden.

    Vor allem in den Bereichen Leichtbau und Elektromobilität, die technologisch immer mehr in den Vordergrund rücken, sollen 1200 Experten hinzukommen. Audi übernimmt auch in hohem Maße Leiharbeiter. Wenn Stadler berichtet, die Werke in China und Ungarn weiter stark ausbauen zu wollen, glaubt man aus deutscher Sicht einen Kritikpunkt aufgespürt zu haben, doch er ergänzt sofort: „Unsere deutschen Standorte kommen dabei nicht zu kurz.“ Das Unternehmen will bis 2015 dort mehr als fünf Milliarden Euro investieren. Und es fällt noch ein Satz, der auf Bilanzpressekonferenzen eine Rarität ist: „Unsere Mitarbeiter sollen sich keinen Moment lang um ihren Arbeitsplatz Sorgen machen müssen.“ Die umsorgten Audianer werden es ihrem Chef sicher glauben, schließlich sollte ihnen eine durchschnittliche Erfolgsbeteiligung von 6513 Euro Beweis genug für die Wertschätzung des Arbeitgebers sein. Da lässt man sich auch die Ermahnung gefallen, nicht übermütig zu werden.

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